Am Montag traf ich nach einem Bach-Konzert meinen emeritierten Professor für Altes Testament. Ich fragte ihn, was er jetzt, unabhängig von Forschung und Lehre, aus einer freieren Perspektive auf die Theologie sähe. Wir sprachen über das Verhältnis von dogmatischer und biblischer Theologie und darüber, ob Gott transzendent (mit eigenem Sein unabhängig von der Welt) oder immanent (in den Gedanken der Menschen) zu denken sei. Er legte mir wohlbekannte Texte wie 2Mo 3,14; 1Mo 4,3-7, die Hiobgeschichte mit Aspekten aus, die ich vorher so noch nicht gesehen hatte, und sagte wiederholt, Gott sei für ihn das »Unverfügbare«, der Inbegriff von »Kontingenz«. Transzendente Aspekte des Gottesbildes gebe es für ihn nicht.
Hm. Damit bin ich aus meinem Bauchgefühl heraus nicht so ganz einverstanden. Weiterlesen

