Stegemann, Wolfgang: Das Markusevangelium – eine Erzählung vom irdischen Weg Jesu, des Gottes- und Menschensohnes, in: ders. (Hg): Jesus und seine Zeit (BE 10), Stuttgart 2010, 29-41.
Impuls
Stegemann bietet einen Einstieg in die (stegemannsche) Christologie bei Markus.
Abstract
Stegemann bestimmt zunächst das Mk-Ev. aufgrund seiner mythischen Erzählweise (Jesus als transhumanes Wesen in Interaktion mit den transhumanen Wesen der Gegenseite) als „Ursprungsmyhtos der markinischen Gemeinde“ (30). Dann stellt er Jesus anhand beispielhafter Textstellen als Gottessohn vor: Aufgrund der Hoheitstitel, außergewöhnlicher Ereignisse und der vollmächtigen Lehre Jesu können die Leser im Gegensatz zu Jesu Antagonisten im Mk-Ev. „ziemlich klar“ erkennen: Jesus ist der Sohn Gottes. Diese sehen in Jesus nach dem äußerlichen Augenschein vor allem den Menschen, als den sich Jesus mit Hilfe des Syntagmas „Sohn des Menschen“ auch immer wieder selbst bezeichnet. Seiner Lehre und seinen Machttaten treten sie entweder ambivalent (Volk, Jünger, Pilatus) oder ablehnend (Jesu Familie, galiläische Pharisäer, Jerusalemer Ältestenkreise) entgegen; vollständig wird Jesu Identität nur nach seinem Tod durch den heidnischen Centurio erkannt. Jesus stirbt ungerechtfertigterweise als Gerechter, fügt sich aber seiner Lehre entsprechend in Gottes Willen. In der Passion bleibt er souverän, und sein Tod wird so erzählt, dass die exklusive Beziehung Jesu zum Vater sichtbar wird. Die Auferstehung ist bei Mk zugleich eine Entrückung, so dass Jesus den Jüngern vom Himmel her erscheinen wird.
Stufenexzerpt
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