»Blöcke« parallel überlieferter Evangelienstoffe bei den Synoptikern – eine erweiterte Perikopenübersicht (Zoomstufe 3): Erläuterungen

Zur Navigation in den Blöcken dient der »Inhaltsüberblick zur Blockdarstellung der synoptischen Evangelien« unter bibel-faq.net/bloecke-inhaltklick! Folge dort den Zahlen 1 bis 5 in der linken Tabellenspalte, um auf die fünf Webseiten der Blockdarstellung zu gelangen!

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Die erste Adresse: Synopsis Quattuor Evangeliorum (SQE)

In den vier Evangelien des Neuen Testaments werden einige Erzählungen mehrfach überliefert. Im Besonderen bieten die drei ersten Evangelien nicht nur zahlreiche parallel überlieferte Stoffe, sondern auch eine über weite Strecken parallele Erzählreihenfolge, weshalb man die Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas auch als Synoptische Evangelien (kurz: »Synoptiker«) bezeichnet. Man benutzt eine Synopse mit Paralleldruck, um die verschiedenen Varianten einer mehrfach überlieferten Erzählung miteinander zu vergleichen. Die klassische Grundlage für diese vergleichende Textarbeit hat Kurt Aland mit seiner „Synopsis Quattuor Evangeliorum“ (SQE) vorgelegt. In dieser Synopse wird der gesamte Stoff der vier Evangelien in griechischer Sprache so in Spalten gedruckt, dass der Text inhaltsgleicher oder inhaltsähnlicher Erzählabschnitte (Perikopen) wie in einer Tabelle gegenübergestellt wird. Die Alandsche Synopse ermöglicht es, den Text aller vier Evangelien fortlaufend zu lesen und dabei die jeweiligen Parallelen im Blick zu behalten. Im Anhang findet sich eine tabellarische Übersicht über die im Hauptteil abgebildeten Perikopen mit den jeweiligen Stellenangaben (Perikopenübersicht). Damit ist diese Synopse die bewährte Arbeitsgrundlage für den synoptischen Vergleich auf der semantisch-syntaktischen Ebene der Wörter.

Mehrwert der »Blöcke« gegenüber der Perikopenübersicht in der SQE

Das Ziel dieser Blockdarstellung von Evangelienstoffen (kurz: »Blöcke«) ist es, für die inhaltlich-bibelkundliche Ebene und für die Kontextanalyse ein leistungsfähigeres Hilfsmittel1 bereitzustellen, als es mit der Perikopenübersicht der SQE bereits vorliegt. Während dort lediglich die behandelten Perikopen mit Stellenangaben aufgelistet werden, geben die »Blöcke von Evangelienstoffen gleichen Inhalts« auf übersichtlichem Raum folgende Auskünfte:

  • Die durch die synoptischen Farben realisierten graphischen Blöcke bilden den synoptischen Haupterzählfaden ab: Sie zeigen, an welchen Stellen welches Großevangelium die markinische Erzählreihenfolge mitträgt: Mt, Lk oder beide. 2 In der SQE ist nicht ersichtlich, dass ein Erzählfaden den gesamten Stoff der Synoptiker integriert. Durch die Einbeziehung des Johannesevangeliums erwies es sich als notwendig, dass die SQE den Erzählfäden der einzelnen Evangelien abwechselnd folgt.
  • Eingeschobene Stoffe werden ausschließlich entsprechend ihrer Position in der Haupt-Erzählreihenfolge präsentiert, anstatt – wie in der SQE – teilweise nach inhaltlichen Gesichtspunkten gruppiert zu werden. Die Darstellung der Feldrede beispielsweise folgt nicht der Bergpredigt, sondern beide Reden werden in den »Blöcken« an der Stelle ihrer jeweilien Einbettung aufgeschlüsselt: die Bergpredigt nach dem Predigtsummarium 4,23 || 1,39 || 4,44 (Mt/Mk/Lk); die Feldrede nach dem Heilungssummarium 12,15 || 3,7-11 || 6,17-19. So wird anhand der synoptischen Perspektive ersichtlich: Vor der Feldrede wurden die pharisäischen Streitgespräche und der Todesbeschluss der Pharisäer bereits erzählt; vor der Bergpredigt aber nicht.
  • Eine Aufschlüsselung der Perikopen gibt einen Überblick über die durchaus unterschiedliche Verortung einzelner Logien und Erzählzüge innerhalb von Perikopen. Kleine Einschübe (wie zum Beispiel der nur bei Mt in den Seewandel Jesu eingebettete Seewandel des Petrus) oder Kürzungen (Mt beispielsweise erzählt nicht das Aufgraben des Daches bei der Heilung des Gelähmten) werden so sichtbar; die unterschiedliche Platzierung gewisser Logien auch. Zum Beispiel bindet Mt die Vorhersage, dass Menschen aus allen Himmelsrichtungen kommen werden, um mit den Erzvätern zu speisen, beim Hauptmann von Kapernaum ein, Lukas dagegen in eine Jüngerdiskussion über den Zugang zum Himmelreich. Somit hilft die farbige Blockdarstellung, die feinen bibelkundlichen Besonderheiten eines jeden Evangeliums schneller zu identifizieren und mit Wiedererkennungseffekt zu memorieren. Damit die in den Blöcken abgebildete synoptische Struktur durch eine SQE-Lektüre vertieft werden kann, werden die entsprechenden SQE-Kennnummern jeweils in den linken Tabellenspalten beigegeben.
  • Inhaltliche Parallelstellen, die hinsichtlich der Erzählreihenfolge nicht parallel verlaufen, werden im Kleindruck und mit Pfeilkennzeichnung (→) vermerkt. Durch die Hinterlegung dieser Stellenangaben mit den synoptischen Farben ist ersichtlich, ob die inhaltliche Parallele bei allen Synoptikern vorkommt, ob nur in zweien oder ob sie gar als Sondergut angesehen werden kann. Gerade häufiger vorkommende Logien wie »Wer hat, dem wird gegeben.« lassen sich besser verorten (einerseits 13,12 || 4,25 || 8,18b im Kontext des Sämannsgleichnisses und andererseits 25,29 || 19,26 (Mt/Lk) im Kontext des Gleichnisses von den anvertrauten Pfunden), sobald eine Grundorientierung über den Ablauf der Evangelien gewonnen ist.

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Konkrete Durchführung und Beispiele

Die äußerliche Gestaltung der Blockübersicht lehnt sich an die Aufmachung der Perikopenübersicht in der SQE an: Die Tabellenspalten von links nach rechts bezeichnen (1) die Kennnummer der Perikope in der SQE, ggf. auch die Bezeichnung der Perikope in der SQE; (2) die Episodenüberschrift; diese Spalte kann auch einen einzelnen Erzählzug sowie ein statisches oder dynamisches Erzählmotiv beherbergen; danach folgen in (3) bis (6) die Spalten für die vier Evangelien, immer in kanonischer Reihenfolge.

Bereiche, in denen Paralleldarstellung möglich ist

Einen parallelen Erzählfaden findet man (fast) überall dort, wo Stoffe des Markusevangeliums (Mk 1-16) parallel überliefert werden, also in Mt 3-28, Lk 3-24 und Joh 18-20.3 An diesen Stellen ist eine echte Blockdarstellung möglich, da in den Tabellen graphisch wahrnehmbare Farbblöcke entstehen. Anhand der Blöcke kann man eine verinnerlichte Abfolge von Ereignissen mehrmals anwenden.

Obwohl für Mt 1-2 und Lk 1-2 keine Blockdarstellung möglich ist, wird der Perikopenbestand dieser Kapitel trotzdem aufgenommen, so dass der Evangelienstoff wie bei Aland im Bereich der gesamten Synoptischen Evangelien vollständig verfolgt werden kann. Auf den Bestand von Joh 1-17.21 wird je nach inhaltlicher Relevanz verwiesen; im Gegensatz zur SQE kann man das Joh in dieser Blockdarstellung jedoch nicht vollständig und hinsichtlich der Erzählreihenfolge stringent verfolgen.

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Synoptische Farben lassen Farbblöcke entstehen

Ich verwende einen synoptischen Farbcode (s. a. unter bibel-faq.net/synoptische Farben – klick!) um Parallelstellen entsprechend ihres Vorkommens zu kennzeichnen: Stoffe, die …

  • bei Mk, Mt und Lk vorkommen, werden mit hellbauer Hinterlegung gekennzeichnet.
  • bei Mk und Mt vorkommen, werden mit hellvioletter Hinterlegung gekennzeichnet.
  • bei Mk und Lk vorkommen, werden mit oranger Hinterlegung gekennzeichnet.
  • bei Mt und Lk vorkommen (»Q«), werden mit hellroter Hinterlegung gekennzeichnet
  • nur bei einem Evangelisten vorkommen (»Sondergut«), werden mit hellgrüner Hinterlegung gekennzeichnet.4

Als Faustregel gilt: Die Hinterlegung der Tabellenzelle bezeichnet den Befund hinsichtlich einer parallelen Erzählreihenfolge; die Hinterlegung der Stellenangabe bezeichnet den Befund im Hinblick darauf, in welchen Evangelien ein Stoff überhaupt parallel vorkommt. Damit ergibt sich für den Kapernaumtag bei Mk und Lk folgendes Bild:

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Nur Mk und Lk bieten ohne Einschub oder Kürzung die Abfolge der Ereignisse »Lehrvortrag in Kapernaum – Heilungen – Weggang aus Kapernaum«. Dass die Menge über Jesu vollmächtige Lehre staunt, vermerkt Mt am Ende der Bergpredigt; die Heilung der Schwiegermutter des Petrus sowie die anschließenden Heilungen am Abend bietet er im Rahmen seines Kapernaumtages im 8. Kapitel. Einen musterhaften Exorzismus, bei dem Jesus vom Dämon identifiziert wird, bietet Mt nicht. Daher ist dieser Stoff sowohl hinsichtlich seiner Erzählreihenfolge als auch hinsichtlich seiner Existenz mit orange, der Mk-Lk-Farbe, hinterlegt; die Heilung der Schwiegermutter jedoch nur hinsichtlich ihrer Kontexteinpassung mit orange, hinsichtlich ihres Vorkommens aber mit hellblau markiert. So entsteht ein von orange dominierter Block mit hellblauen Einsprengseln. Die Pfeilmarkierung besagt: Ein in mehreren Evangelien vorkommender Stoff steht außerhalb der Haupterzählreihenfolge. Handelt sich nur um sachliche Anklänge, nicht aber um Parallelen, so stehen Pfeilstoffe in Klammern.

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Haupt- und Einschubtabellen, Mehrfachblöcke und Einfachstränge

Die Haupterzählreihenfolge wird in der Regel dadurch konstituiert, dass mindestens zwei Evangelien in ihrer Erzählreihenfolge übereinstimmen. Überall, wo dies der Fall ist, werden die entsprechenden Perikopen parallel nacheinander in den breiteren Haupttabellen aufgelistet, so dass ein Mehrfachblock entsteht. Das kann Zweierblock (Mt-Mk-Übereinstimmung oder – wie oben im Beispiel eine Mk-Lk-Übereinstimmung), ein Dreierblock (Mt-Mk-Lk-Übereinstimmung) oder ein Doppelblock (Mt-Lk-Übereinstimmung) sein. Geht das Johannesevangelium an den relevanten Stellen ebenfalls parallel, wird die Farbe verwendet, die sowieso bereits den parallelen synoptischen Block ausfüllt.

In den Haupttabellen sind Pfeilstoffe kleiner gedruckt, so dass die Stellen, welche die Haupterzählreihenfolge konstituieren, sich durch ein größeres Schriftbild leichter identifizieren lassen. Im folgenden Beispiel ist eine Parallelstelle im gleichen Evangelium ebenfalls mit Pfeil und KleindruckTab gekennzeichnet (4,23 || 9,35 [beide Mt]). Werden mehrere Parallelen angegeben, so geben die farbigen Hinterlegung entgegen der obigen Faustregel auch darüber Auskunft, in welchem Zusammenhang die Parallele vorkommt: 4,23 || 1,39 || 4,44 (Mt/Mk/Lk) sind nicht nur sachlich, sondern auch hinsichtlich ihrer Erzählreihenfolge parallel; die anderen Stellen begegnen jeweils an verschiedenen Stellen der Erzählungen. Die farbige Unterscheidung verschiedener Parallelstellen ist insbesondere dann aufschlussreich, wenn sie die Häufigkeitsverteilung eines Logions nach hypothetischer Herkunft veranschaulicht. Die Aussage »alles Verborgene kommt ans Licht« in 4,22 || 8,17 (Mk/Lk) und 10,26 || 12,2 (Mt/Lk) ist wahrscheinlich sowohl über Markus als auch über Q überliefert worden.

Wenn ein Evangelist nach einer gemeinsamen Perikope gewisse Stoffe außerhalb der Haupterzählreihenfolge einschiebt, um erst nach dem Einschub mit der nächsten gemeinsamen Perikope fortzufahren, so muss dieser Einschub überbrückt werden. Zum Beispiel schließt sich an den Kapernaum-Tag des Mk und Lk ein Predigtsummarium an, und Mt schert wieder ein, da er nach der Jüngerberufung Mt 4,18-22 eine Lücke hat. Bei Mk folgt auf das Predigtsummarium die Heilung des Aussätzigen, welche bei Mt und Lk erst später geboten wird. Beide schieben jeweils Evangelienstoff ein. Die Zellen solcher Einschübe sind in den breiteren Haupttabellen nicht farbig hinterlegt, dafür aber kleiner, gerahmt, fett und in roter Schrift wiedergegeben. Falls es sich eindeutig zuordnen lässt, signalisieren farbige Hinterlegungen der Stellenangaben, ob es sich bei dem eingeschobenen Stoff um synoptisches Gut, Sondergut oder »Q-Stoff« handelt.

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Unter den Haupttabellen wird jeweils in kleinerer Schriftart und in einer schmaleren Einschubtabelle aufgelistet, aus welchen Inhalten sich die Einschübe zusammensetzen: Wie im nächsten Beispiel ist der eingeschobene Einzelblock jeweils fett umrahmt und vollständig farbig hinterlegt, sodass ein Einzelblock – oder treffender – Einzelstrang entsteht. Einzelstränge zeichnen sich durch eine flächendeckende Hinterlegung mit der Sondergut-Farbe grün aus. Alle im Einschub enthaltene Stoffen werden mindestens so grob, wie es die Perikopenabfolge der SQE vorschreibt, aufgelistet. So wird die weiße Lücke der Haupttabelle gefüllt. Hat ein eingeschobener Inhalt synoptische Parallelen, so werden diese Pfeilstoffe in der jeweiligen Zeile der Einschubtabellen genannt und mit den entsprechenden synoptischen Farben hinterlegt, jedoch nicht kleiner gedruckt, es sei denn, es ist satztechnisch vonnöten. Auch bei der Auflistung der Parallelen zu Einzelsträngen können Mehrfachblöcke entstehen, die aber nicht mehr – wie bei den Haupttabellen – eine durchgehende gemeinsame Erzählreihenfolge ergeben, sondern nur über kurze Strecken bestehen. Der Kapernaumtag bei Mt ist ein solcher Einschub (8,5-34) und wird ab 8,18 so dargestellt:

Aufgrunddessen, dass die Blockeinschübe gleich im Anschluss an eine Haupttabelle nachträglich dargestellt werden, können alle drei synoptischen Evangelien vom Anfang bis zum Schluss verfolgt werden, ohne dass die Lesenden größere Sprünge mit den Augen vollführen müssen. Die einzige Transferleistung besteht darin, zu jedem Einschub den zugehörigen Einzelstrang suchen zu müssen, der im Anschluss an die jeweilige Haupttabelle in einer Einschubtabelle beigegeben ist. In der Druckausgabe dieser Darstellung ist der Stoff jedoch so verteilt, dass die Einschubtabellen einer jeder Haupttabelle auf der gleichen Seite abgedruckt sind.

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Sonstige Darstellungskonventionen

Um in den Tabellen noch feinere Gegebenheiten der Textstruktur ansichtig zu machen, werden weitere Formatierungen verwendet. Inhaltliche Nuancen innerhalb einer Perikope werden verschieden dargestellt:

  • Wenn ein einzelnes Erzählmotiv verschieden ausgestaltet wird, reicht eine entsprechende Farbmarkierung innerhalb einer Tabellenzelle. Dass das Gebet Jesu am Morgen nach dem Kapernaumtag allein in Mk 1,35b berichtet wird, findet durch die grüne Hervorhebung des Versteiles, der die Variante repräsentiert (»b«) eine Entsprechung in der Zelle: 1,35a.b.

  • Kommt eine solche geringe Abweichung in einer Einschubtabelle vor, so ist mitunter eine Lücke zu markieren. In der Sturmstillungsgeschichte (s. o.: Kapernaumtag bei Mt) stellt Jesus bei Mk und Lk die Frage nach dem Glauben der Jünger. Bei Mt fehlt diese Frage. Von dem matthäischen Einzelstrang aus betrachtet, bieten Mk und Lk einen Einschub, der durch rote Schrift mit weißer Hinterlegung wie folgt gekennzeichnet ist: 4,35-39.40.41 || 8,22-24.25a.b ist die Mk/Lk-Parallele zur Mt-Stelle 8,23-27. Betrachtet man die Perikope in der Haupttabelle, so hat Mt an der Stelle 4,35-39.41 || 8,22-24.25b jeweils eine Parallele, bei 4,40 || 8,25a aber eine Lücke.
  • Wenn der gleiche Parallelstoff durch verschiedene Erzählmotive konstituiert wird, wird die Perikope in verschiedene Tabellenzeilen aufgeschlüsselt. Das erlaubt je eine eigene Formatierung. So werden auch kurze Einschübe, die keine selbständige Perikope bilden, im laufenden Block der Haupttabelle notiert. Sowohl die Aufteilung in verschiedene Tabellenzeilen als auch die Formatierung innerhalb einer Tabellenzelle findet bei der SQE-Nummer 039 (s. o.) Verwendung: Dass das Gebet Jesu am Morgen nach dem Kapernaumtag allein in Mk 1,35b berichtet wird, findet eine Entsprechung in der Zelle. Dass die beiden Evangelisten den Einwand gegen Jesu Weggang verschieden gestalten, wird durch die abwechselnd grün-orange-Formatierung in der neuen Tabellenzeile abgebildet. Die Antwort darauf erfolgt wieder weitgehend unisono und wird deshalb durchgehend orange und wiederum in einer neuen Zeile dargestellt.
  • Eine Stellenangabe wird also dann abwechselnd formatiert, wenn ein gemeinsames Motiv über die syntaktisch-semantische Ebene hinaus unterschiedlich gestaltet wird. Wie im Beispiel zu sehen, sind auch andere Farbkombinationen möglich.

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Damit man sich angesichts der teils recht komplexen Perikopenaufschlüsselung noch im Hinblick auf die Perikopenreihenfolge orientieren kann, dienen folgende Vereinbarungen der schnellen Erfassbarkeit der Tabellen:

  • Sofern hinter der SQE-Nummer in der linken Spalte nicht die in der SQE verwendete Perikopenbezeichnung beigegeben ist, wird diese in der Episoden-Spalte fettkursiv hervorgehoben. Ergibt sich – wie in der ersten Beispieltabelle bei SQE 039 – keine Hervorhebung in der Episodenspalte, so steht die Perikopenbezeichnung links. Falls die Perikopenbezeichnung links vorhanden ist, funktioniert der Fettkursivdruck in der Episodenspalte lediglich zur graphischen Hervorhebung der wichtigsten Inhalte.
  • Einzelperikopen sind durch Einzelstriche voneinander abgeteilt. Eine besondere Kennzeichnung braucht die Erzählung von der Heilung der blutflüssigen Frau. Sie ist in die Erzählung von der Auferweckung der Jairustochter verschachtelt und wird mit einer Strichellinie abgegrenzt.
  • Doppelstriche verweisen auf einen Kapitelwechsel. So ist nach Mt 8,34 nicht nur der Kapernaum-Tag, sondern auch das 8. Kapitel beendet.

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Schließlich die Details:

  • Hin und wieder begegnen Stellen, die bei der Entstehung der Verszählung der Evangelien noch zum Evangelienbestand gerechnet, inzwischen aber textkritisch ausgeschieden wurden.
    • Diese werden mit weißer Hinterlegung und [in eckigen Klammern] dargestellt (so zum Beispiel [18,11] bei Mt, das wohl in Anlehnung an Lk 19,10 später eingefügt wurde).

  • Eine graue Hinterlegung hinter → Pfeilstoffen ist als Lesehilfe ohne inhaltliche Aussage gedacht.
  • Grüne Zellenhinterlegungen in den Blöcken der Haupttabellen können eigentlich nicht vorkommen, da in den Haupttabellen nur Mehrfachblöcke vorgesehen sind und grün die primäre Zellenhinterlegungsfarbe der Einzelstränge ist. Ist doch eine einzelne Zelle einer Haupttabelle grün hinterlegt, so zeigt das an, dass ein Motiv innerhalb einer Perikope oder im Rahmen von Nachbarperikopen umgeordnet wurde, so zum Beispiel die jeweils anders platzierte Notiz, die Befragung Jesu in Jerusalem sei zu einem Ende gekommen:

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Inhaltsübersicht über die »Blöcke«

Um sich in den entstandenen Blöcken auch auf der Überblicksebene orientieren zu können, gibt es unter bibel-faq.net/erzaehlfaeden-synoptiker (klick!) eine Inhaltsübersicht, bei der die Seitenangaben eines konventionellen Inhaltsverzeichnisses durch synoptische Stellenangaben in vier Spalten ersetzt sind. Durchgehende Trennlinien zwischen den Tabellenzeilen zeigen an, an welchen Stellen der Druckausgabe geblättert werden muss; die Zahlen 1-5 verweisen auf die fünf frei zugänglichen Internetseiten. In der Druckausgabe ist die Inhaltsübersicht als Ausklappblatt eingebunden, so dass sie bei Bedarf sofort vor Augen ist; die pdf-Ausgabe führt die Inhaltsübersicht als Lesezeichen-Arrangement. Ein pdf-Ausdruck der Inhaltsübersicht im A4-Format kann hier heruntergeladen werden.

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Die »Blöcke« unentgeltlich nutzen oder erwerben

Die Tabellen mit den Blockdarstellungen sind im Netz frei zugänglich und über tiny-ULRs zu erreichen (bibel-faq.net/bloecke1 bis /bloecke5). Der Vorteil des Internets besteht neben der unkomplizierten Zugänglichkeit darin, dass schnell verbessert werden kann. Aus technischen Gründen mussten die Tabellen jedoch auf fünf Seiten aufgeteilt werden. So kann man leider nicht von Anfang bis Ende durchscrollen oder den gesamten Stoff durchsuchen.

Diesen Nachteil gibt es bei den »Blöcken« im pdf-Format nicht. Ich denke, eine pdf-Datei auf einem Tablet ist die beste Wahl für eine schnelle Orientierung in der Sache. Ob als ermäßigtes Exemplar für Studierende (2,50€), als Regelvariante (7€) oder für einen selbstgewählten Betrag dazwischen – eine pdf-Datei wird immer personalisiert ausgegeben. Für alle, die zielgerichtet navigieren wollen, steht ein hierarchisiertes Lesezeichen-Verzeichnis zur Verfügung.

Wer lieber mit Büchern arbeitet, kann die Blockbildungen der Synoptiker auch im quadratischen Booklet (30 x 30 cm) verfolgen. Im Zweispaltensatz werden auf jeder Seite vier Bildschirmseiten so präsentiert, dass jeweils mindestens eine Haupttabelle mit der dazugehörigen Einschubtabelle auf einer Doppelseite zu stehen kommt. So können größere Abschnitte im Vergleich mit einer Bildschirmansicht sehr viel besser überblickt werden. Satztechnisch unumgänglich ist es gewesen, einen Zwischenraum zwischen den von oben nach unten fließenden Bildschirmseiten hinzunehmen. Gegen Zahlung der Entwicklungs- zzgl. Druck- und Versandkosten geht ein handhabbarer, spiralgebundener Ausdruck mit ausklappbarem Inhaltsverzeichnis per Post auf den Weg.

Exemplare der letzten beiden Varianten können unter bibel-faq.net/bloecke-bestellen (klick!) erworben werden.

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Die »Blöcke« verbessern – Entwicklungspläne

Die Präsentation dieser Inhalte auf einer Website impliziert bereits, dass Verbesserungen zu erwarten sind. Die Struktur der Synoptiker bietet tausende Kleinigkeiten, und die Darstellungsmethodik hat sich der notwendigen Differenziertheit stückweise angenähert. So kann ich trotz mehrerer prüfender Durchgänge nicht garantieren, dass die gegenwärtige Gestalt der »Blöcke« die oben dargelegten Vereinbarung zur graphischen Darstellung an allen Stellen genau einhält. Ebenso ist nicht 100%ig sicher, ob alle markant abweichenden Erzählmotive auch visualisiert wurden. Insofern handelt es sich gegenwärtig bei den Blöcken noch um ein Hilfsmittel in der Testphase. Obwohl eine grundhafte Lektorierung (die Wochen beanspruchen würde) noch fehlt, meine ich, dass mit den »Blöcken« trotzdem eine leistungsfähige Übersicht mit neuen Qualitäten zur Verfügung steht: Es werden Einsichten ansichtig, welche in vergleichbarer Dichte und Kompaktheit so noch nicht zu sehen waren.

Für alle Hinweise zur graphischen Verbesserung und zu sachlichen Fehlern bin ich dankbar; Rückmeldungen kommen dem Projekt zugute und werden zeitnah in die Website eingearbeitet. Eine neue pdf-Datei herzustellen, kostet mich jedoch einen gewissen Aufwand, weshalb nicht bei jeder Verbesserung der Website auch die pdf-Variante aktualisiert wird. Sobald eine Aktualisierung der pdf-Datei oder der gedruckten Variante vorliegt, zahlen Leserinnen und Leser, die bereits ein digitales oder gedrucktes Exemplar erworben haben, bei neuerlichem Bezug nicht die vollen Entwicklungskosten, sondern lediglich 2,50€. Nutzer*innen, die mit sachlichen Hinweisen zur Verbesserung der »Blöcke« beitragen, erhalten Updates umsonst. Wann die letzte Web-Aktualisierung stattgefunden hat, steht am Ende dieser Seite; der letzte pdf-Ausdruck erfolgte am 17. Januar 2015; die letzte Zusammenstellung der Druckvariante ebenfalls an diesem Tag.

Abhängig davon, wie zahlreich Rückmeldungen eingehen und wie gewogen sie sind, plane ich innerhalb der nächsten fünf Jahre, frühestens jedoch im Sommer 2016 (so der Herr will und wir leben [Jak 4,15]), die ausstehende grundhafte Lektorierung und anschließend die Veröffentlichung in einem etablierten Verlag.

Ich bedanke mich im Voraus für alle Unterstützung, zu der jede Bestellung, jeder Kommentar auf Bibel-FAQ.net oder jede E-Mail an mich, jede passende Verlinkung in Wikipedia oder in den sozialen Netzwerken sowie jedes wohlwollende Wort unter Freunden gerechnet werden kann. Soli deo gloria.

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Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2014, Stephan Rehm.

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  1. Grundlegendere Hinweise zur Orientierung in den synoptischen Evangelien finden sich HIER.
  2. Obwohl Mt und Lk eine große Zahl an Logien bieten, die man bei Mk vergeblich sucht, sind nur wenige Perikopen wirklich parallel aufgebaut. Ein Beispiel wäre die »Mahnung zu furchtlosem Bekennen« (SQE 101 || 196, bzw. die Mt-Lk-Parallele 10,26-33 || 12,2-9). Andere Perikopen, die häufig als Standardbeispiele für »Q«-Stoffe genannt werden, bieten bereits markante Abweichungen: Die Versuchungsgeschichte 4,1-11 || 4,1-13 zum Beispiel im Aufbau; der Hauptmann von Kapernaum 8,5-13 || 7,1-10 im Aktantengerüst. Ein Beispiel für mehrere Mt-Lk-Perikopen in der gleichen Erzählreihenfolge ist die Täuferanfrage (11,2-6 || 7,18-23) und die sich anschließende Rede Jesu über Johannes (11,7-19 || 7,24-35), wobei beide Evangelisten auch hier stofflich deutliche Veränderungen vornehmen.
  3. Lediglich an drei Stellen gehen nicht mindestens zwei Synoptiker parallel in der Erzählreihenfolge: nach Mk 4,25 (Lampengleichnis im Rahmen der Gleichnisrede), nach Mk 9,42-48 (Warnung, ja keinen Anlass zur Sünde zu geben) sowie nach Mk 13,33 (Aufruf zum Wachen im Rahmen der synoptischen Apokalypse). Mk bietet nach diesen Stellen Sondergut von jeweils maximal vier Versen; danach ist wieder ein gemeinsames Erzählen auszumachen.
  4. Die Begriffe »Sondergut« und »Q« sind hypothetische Konstrukte. Da es keine vollständig überzeugende Theorie gibt, die die literarische Abhängigkeit der synoptischen Evangelien und deren Entstehung erklärt, benutze ich diese Begriffe als Abkürzung für den rein bibelkundlichen Befund. »Q« bedeutet lediglich, dass diese Stoffe nur bei Mt und Lk vorkommen, analog das »Sondergut«. Wir werden uns wohl damit abfinden müssen: Welcher Stoff hinsichtlich seiner Traditionsgeschichte wie zu bezeichnen ist, bleibt knapp 2000 Jahre nach dessen Niederschrift aller Wahrscheinlichkeit nach im Dunkeln.

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