Der Römerbrief (Zoomstufe 2 – 3)

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Eckdaten (Zeit, Ort, Personen) Icon „Eckdaten“

Wem? – Die Gemeinde in Rom

  • älteste Gemeinde in Europa
    • ab den 40ern rechnet man mit Christen in Rom
      • wie die Gemeinde entstanden ist/wer sie gegründet hat, ist unbekannt; jedenfalls ist Paulus nicht beteiligt (Mission der „Hellenisten“? über Händler und Handwerker? über Festpilger?)
    • schon 49 (da wurde die Gemeinde in Philippi erst gegründet!) Vertreibungen (Sueton-Notiz [Vita Claudii 25]: „Die Juden, die, aufgehetzt von Chrestos [Itazismus!], fortwährend Unruhe machten, vertrieb er [Claudius] aus Rom.“) → Ursache: Streit um die Messianität Jesu unter den römischen Juden?
    • um 51: Paulus trifft in Korinth die Römer Prisc(ill)a und Aquila (Apg 18,2), die schon Christen sind
    • Christen blieben zunächst im Synagogenverband (wahrscheinlich hauptsächlich Juden, auch Proselyten [„Hinzugekommene“; beschnittene Heiden] und Gottesfürchtige [unbeschnittene Sympathisanten des Judentums])

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Umstände Icon „Umstände“

Die Gemeinde in Rom um 56

  • Christen nicht mehr im Synagogenverband (49 beschleunigend), dafür auch Heidenchristen in der Gemeinde (Paulus spricht Leser als Heidenchristen an; von den Juden[christen] als den „Verwandten des Paulus nach dem Fleisch“ wird in der 3. Person gesprochen [Röm 9,1-5])
  • mehrere Hausgemeinden: Röm 16,5 (um Prisca und Aquila); Röm 16,14-15 (vgl. Apg 28,30: Paulus!) → keine geschlossene Christengemeinschaft (Begriff „ἐκκλησία“ fehlt [1Thess 1,1; Gal 1,2; Phil 4,15; 1Kor 1,2; 2Kor 1,1; Phlm 2])

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Paulus um 56

  • Paulus war noch nicht in Rom, hat aber einige Anknüpfungspunkte
    • Informationen über Gemeinde (Starke/Schwache [Röm 14], Gesetzeskundige (Röm 7,1), Taufauffassung [Röm 6,3])
    • Bekannte unter den römischen Christen (Frauen, Männer, Paare, Hausgemeinden [Röm 16])
  • Paulus hat schon andere Briefe vor dem Römerbrief verfasst und baut seine Darstellungen aus diesen Briefen im Römerbrief aus (s. unten unter »Systematik«).

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Ursache(n), Anlass & Ziel(e) Icon „Ursache“ Icon „Anlass“

Vorgeschichte des Römerbriefs

Die folgende Übersicht ist ein Ausschnitt aus der Zoomstufe 3 zur Biographie des Apostels Paulus:

Einleitungsinformationen zum Römerbrief

Einleitungsinformationen zum Römerbrief

Darauf kommt es an:

  • Kaiser Claudius ist gestorben (54) → Romreise scheint wieder möglich → Paulus will die Gelegenheit nützen → Bitte um Unterstützung
  • Unterstützung aus der Gemeinde in Rom würde sich äußern
    • durch Fürbitte für Kollektenübergabe in Jerusalem
    • durch Kooperation bei Spanienmission

Fazit: Brief = Empfehlung seiner selbst und seiner Theologie, um Vorurteile seiner Gegner zu entkräften und möglichen Missverständnissen vorzubeugen. So möchte Paulus gute Bedingungen für die Unterstützung seiner Spanien-Reise erreichen.

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Linearer Zugang / Aufbau Icon „Chronologie/Aufbau“

1,1-7 (ausgedehntes) Präskript (darin: christologische Formel [3-4])
1,8-17 (ausgedehntes) Proömium (darin: Thema „Der Gerechte wird aus Glauben leben“ [16-17])
1 – 8

Lehrstück I: Gott und die Menschheit (1,18 – 8,39)

1,18 – 3,20 Offenbarung des Zornes Gottes
1,18-32 Gottes Zorn über Nichtjuden (ohne Tora), da sie Gottes Offenbarung durch Ungerechtigkeit niederhalten → Gott hat sie dahingegeben (dreimal so formuliert)
2

Gottes Zorn auch über Juden (trotz Tora)Anredestil: „Wenn du dich einen Juden nennst“…

  • Gottes Gericht nach dem Evangelium des Paulus erfolgt unabhängig vom Gesetz: Gott vergilt gerecht nach Werken
    wer jetzt richtet, verdammt sich selbst, weil er dasselbe tut (1-16)
  • Gott lobt Menschen, die innerlich Jude und am Herzen beschnitten sind (das ist besser als Lob durch Menschen [19-20]) →
    wer andere das Gesetz lehrt, muss sich selbst auch lehren, anderenfalls wird das Gesetz übertreten und Gott verunehrt (17-29)
3,1-20

denn: alle Menschen stehen unter der Macht der Sünde

  • 1. Anfrage bzgl. des Vorzugs der Juden: Gesetzeskenntnis = großer Vorzug trotz der Untreue Israels! (1-4)
  • Auseinandersetzung mit dem Gegnervorwurf, Paulus rufe indirekt zum Sündigen auf (5-8)
  • 2. Anfrage bzgl. des Vorzugs der Juden: Juden haben keinen Vorzug, denn: Gesetz schafft keine Gerechtigkeit, sondern nur Sündenerkenntnis; alle sind Sünder (viele Schriftzitate in 9-20)
3,21 – 4 Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes aus Glauben
3,21-31
  • Gott rechtfertigt ohne Gesetz aus Gnade durch Glauben an den Sühneort Christus (21-26).
  • Auch wenn sich niemand mehr wegen seiner Gesetzeswerke rühmen kann, behält das Gesetz Sinn (27-31).
4,1-25 Beispiel Abraham als Vaters des Glaubens für alle, nicht als Vater des Beschnittenseins für die Gesetzestreuen
5 – 8 Neues Leben in Gottesgemeinschaft aus der Glaubensgerechtigkeit
5,1-11 Freiheit von Gottes Zorn, weil Gottes Rechtfertigung versöhnend wirkt und sich die Gerechtfertigten Gottes rühmen/sich von Gott her verstehen können
5,12-21 »Adam-Christus-Typologie«: die Gnade durch Christus ist unverhältnismäßig größer als die Sünde durch Adam
6

Freiheit von der Sünde, weil Gerechtfertigte an Christus gebunden sind, darin:

  • Mit-Sterben und Mit-Auferstehen mit Christus in der Taufe (1-11)
  • Aufruf zu entsprechendem Verhalten (12-14)
  • Existenz der Menschen entweder als Sklaven von Gesetz, Sünde & Tod oder als Sklaven von Gnade, Gehorsam & Gerechtigkeit (15-23)
7

Freiheit vom Gesetz, weil das Gesetz Anlass zur Sünde wurde, darin:

  • Bild von der Bindung der Frau an den Mann für die Bindung des Menschen an das Gesetz (1-6)
  • Integrität des Gesetzes („Das Gesetz ist heilig.“; 7-11)
  • zwei widerstreitende Gesetze/Willenskräfte im todverfallenen Menschen → Lobpreis Christi (12-25)
8

Freiheit vom Tod durch Gottes Geist, darin:

  • Gottes Geist lebt in den Gerechtfertigten und macht sie zu Kindern und Erben Gottes, so dass sie geistlich leben können und nicht mehr fleischlich leben müssen (1-17)
  • die Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit wirkt sich bereits jetzt im geistgestützten (Gebets-)Leben der Gläubigen aus (18-30)
  • hymnischer Abschluss: „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?“ (31-39, LU84)
9 – 11

Lehrstück II: Gott und Israel (9,1 – 11,36)

9,1-5 emotionale Eröffnung: Schmerz des Paulus um Israel
9,6-33 »Kinder der Verheißung«: Das wahre Israel aus Juden und Heiden
9,6-18 nicht die Erbfolge, nicht Toraobservanz, sondern Gottes Erbarmen macht Menschen zu Kindern der Verheißung
9,19-33 Gott ist gegenüber den Menschen so souverän wie ein Töpfer gegenüber den Tongefäßen: die Nationen sind das „Nicht-Volk“ (Hosea)/der Überrest (Jesaja); Israel aber hat sich „gestoßen an dem Stein der Anstoßes“
10 – 11,10 »Irrtum Israels«: Israel sucht statt Gottes Gerechtigkeit in Christus seine eigene und ist deswegen gegenüber der Gnade verstockt
10,1-3 Würdigung und Kritik an Israel: Eifer, aber ohne rechte Erkenntnis
10,4-13 die rechte Erkenntnis kann man an den Redeweisen von Gesetzesgerechtigkeit (Referenz: eigenes Tun) und Glaubensgerechtigkeit (Referenz: [Wort von] Christus) erkennen: „Christus ist das Endziel des Gesetzes, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit.“ (4 REB) → Christus ist „reich für alle, die ihn anrufen“ (12 REB)
10,14-21; 11,1-10

Deutung der Auswirkung der Evangeliumsverkündigung: Israel (und die Nationen) haben das Evangelium von Christus gehört, und …

  • … die Nationen sind zum Gegenstand der Eifersucht Israels geworden.
  • Israel ist aber nicht verstoßen, sondern es gibt einen Rest, der aus Gnade erwählt ist.
  • Der andere Teil Israels ist verstockt.
11,11-32 »Heil für Israel«
11,11-15 These: „Wenn [Israels] Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, was wird die Annahme anders sein als Leben aus den Toten?“ (Röm 11,15 REB)
11,16-24 »Ölbaum-Allegorie«: Heidenchristen als in den Ölbaum »Israel« eingepfropfte Zweige sollen sich vor Hochmut hüten!
11,25-32 Zusammenfassung des »Geheimnisses«: „Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen hineingekommen sein wird; und so wird ganz Israel errettet werden. [...] Denn Gott hat alle zusammen in den Ungehorsam eingeschlossen, damit er sich aller erbarmt.“ (25-26.32)
11,33-36 hymnischer Abschluss: Alles hängt von Gott ab („33 O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!“ [33 LU84])
12 – 15

Paränese: Leben in Christus (12,1 – 15,13)

12 – 13 allgemeine Ermahnungen hinsichtlich des Verhaltens in der Gemeinde in Liebe
12,1-8 argumentative Entfaltung: Gemeinde als Leib Christi
12,9-21 Imperativreihe: Mahnung zur Liebe I („Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ [21 LU84])
13,1-7 argumentative Entfaltung: der Staatsmacht als Gottes Dienerin mit Ehrfurcht entgegentreten
13,8-10 argumentative Entfaltung: Mahnung zur Liebe II (Rekurs auf 3Mo 19,18 als Erfüllung des Gesetzes)
13,11-14 Leben in eschatologischer Erwartung („Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen.“ [12a LU84])
14 – 15,13 Starke und Schwache in der Gemeinde sollen sich gegenseitig an- und aufnehmen – Erinnerung daran, dass alle an Christus gebunden sind
15,13 Abschluss: Friedenswunsch
15,14-33 Selbstreflektion des Paulus über sein Apostelamt als Diener Christi für die Nationen
15,22-32 Reisepläne: Ermahnung zur Fürbitte für die Reise des Apostels nach Jerusalem und Bitte um Unterstützung für die Reise über Rom nach Spanien
15,33 Abschluss: Friedenswunsch
16,1-23 Grußliste (ein drittel davon Frauen!)
16,25-27 Schlussdoxologie

Thematischer Zugang Icon „Sache/Gegenstand“

Formeltraditionen im Römerbrief

Im Ablauf des Briefes nimmt Paulus immer wieder theologische Wendungen auf, die er in der jungen christlichen Tradition seiner Zeit schon vorfindet. Indem er sie in seiner Argumentation berücksichtigt, erweist er seinen Zeitgenossen seine Integrität: Sie sollen sehen, dass Paulus im Konsens des Urchristentums steht. Elemente dieser Formeltradition findet man in:

  • Röm 1,3-4: christologische Formel (judenchristlich)
    Sohn = Jesus = Christus, unser Herr;
    Sohn Davids nach dem Fleisch (Geburt), Sohn Gottes nach dem Geist (Auferstehung)
  • Röm 3,25-26: christologische Formel, Sühnetheologie (judenchristlich)
    Jesus Christus als „Sühnemittel“ (ἱλαστήριον) in seinem Blut →
    Erweis der Gerechtigkeit, Vergebung der Sünden
  • Röm 4,25: Tauftradition
    Herr Jesus Christus,
    „welcher ist um unserer Sünden willen dahingegeben
    und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt.“
  • Röm 6,3f: Tauftradition
    „Wisst ihr nicht, dass alle, die wir in Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?
    So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod,
    damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters,
    auch wir in einem neuen Leben wandeln.
  • Röm 8,32: „Dahingabeformel
    Gott, „der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat,
    sondern hat ihn für uns alle dahingegeben“
  • Röm 10,9: „Bekenntnisformel
    „Wenn du mit deinem Munde bekennst: Jesus ist der Herr,
    und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn auferweckt von den Toten,
    dann wirst du gerettet werden.“
  • Röm 14,9: christologische Formel
    „Dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden,
    dass er über Tote und Lebende Herr sei.“

Hymnische Traditionsstücke verwendet Paulus, um große theologische Einheiten wirkungsvoll abzuschließen:

  • Röm 8,38-39: nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes
    „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“
  • Röm 11,33-36: Weisheit und Erkenntnis Gottes
    Preis der Weisheit und Erkenntnis Gottes; Schriftzitate (Jes 40,13; Hi 41,3);
    „Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.“

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Systematischer Zugang Icon „Systematik“

Der Römerbrief als „theologisches Testament“ des Paulus

Modus: Paulus bedenkt kaum aktuelle Fragen der Gemeinde (anders z. B. der 1Kor); eher liegt eine thematisch-systematische Entfaltung seiner bis dahin gereiften theologischen Erkenntnis vor. Dabei greift Paulus Themen, die er in vorherigen Briefen bereits behandelt hat, auf und entwickelt daraus – losgelöst vom jeweiligen ursprünglichen Zusammenhang – eine Gesamtkonzeption:

Alles ist ausgerichtet an einem Hauptthema: Die Gerechtigkeit aus Glauben. Die programmatische These dazu findet sich in Röm 1,16f:

Das Evangelium ist eine Kraft Gottes zum Heil für jeden, der glaubt,
für den Juden zuerst und ebenso für den Griechen.
Denn die Gerechtigkeit Gottes (Luther: „die vor Gott gilt“) wird darin offenbar,
aus dem Glauben für den Glauben,
wie geschrieben steht: „Der Gerechte wird aus Glauben leben“ (Habakuk 2,4).

Entfaltung: Alle stehen unter Gottes Zorn(-gericht) wegen der Sünde. (1,18 – 3,19) → Durch Glaubensgerechtigkeit entsteht ein neues Gottesverhältnis (3,20 – 4,25). Beispielhaft dafür steht Abraham:

  • Zentralfigur im Judentum (Gen 12-25; Sir 44; Jub 11-23; TestAbr; ApkAbr; Philos De Abr. etc.)
    • Bindung Isaaks (Gen 22) → Abrahams Glaubensgehorsam, „Werk“
    • Abrahambund (Gen 17) → Beschneidung als Bundeszeichen
  • Zentralbeispiel für Paulus: Gal 3; Gal 4; Röm 4
    • Abrahams Vertrauen in die Verheißung (Gen 15,6) → als Gerechtigkeit angerechnet
    • Abrahambund → Glaube als Bundeszeichen der Kinder Abrahams = Kinder Gottes

Aufgrund der Glaubensgerechtigkeit ist ein neues Leben möglich (5 – 8): Wer aus Glauben lebt, der …

  • (Röm 5) … versteht sich von Gottes Liebe her:
    Er rühmt sich… (d.h., er findet das Leben gut aufgrund…)

    • … der Hoffnung (Röm 5,2), dass Gott in ihm Gestalt gewinnt.
    • … der Bedrängnisse (Röm 5,3), denn es kommt nicht auf die eigenen Kraft an (2Kor 12,9).
    • … Gottes überreicher rechtfertigender Versöhnungstat (Röm 5,10-19).
  • (Röm 6 & Röm 7) … ist an Christus gebunden:
    Er ist in der Taufe von der Sünde weggestorben mit Christus und wird mit Christus auferstehen und leben (Röm 6,1-11). Die Richtlinienkompetenz für das Leben hat jetzt Christus, nicht mehr die Sünde (Röm 6,16-18), die als Richtlinienüberschreitung ihre Kraft erst entfalten kann, weil Richtlinien (Gesetze; Röm 7) existieren.
  • (Röm 8,1-17) … lebt aufgrund des Geistes des Lebens (Röm 8,2):
    Das, was Gott als Richtlinie aufstellt, tut er auch gleich; Imperativ & Indikativ sind eins (2Kor 4,6).
  • (Röm 8,18-39) … lebt auf die Erlösung hin (Röm 8,24-25)

Bewährungsprobe: Gott und Israel (Röm 9-11)

  • Problem: Aus den „Völkern“ kommen viele zum Glauben an Jesus als den Christus, der Großteil Israels verweigert sich aber diesem Glauben.
  • Strategie des Paulus: Anstatt schnelle Antworten zu geben, ringt Paulus mit dem Problem. Er nähert sich einer Lösung auf unterschiedlichen Wegen:
    • Gott ist gerecht – allem Anschein zum Trotz.
    • Israels Erwählung bleibt, wirkt aber nicht automatisch, sondern selektiv („wahres Israel“).
    • Israels „Straucheln“: Ablehnung Christi, suchen eigene Gerechtigkeit, Alter Bund statt Neuer Bund. Gott wird aber nur die retten, die an Christus glauben. Das Heil geht auf die Heiden über. Die (Heiden-)Christen sollen als glaubwürdiges Beispiel die Juden zur Nachahmung anregen und Eifersucht über die Gottesnähe der (Heiden-)Christen wecken.
    • Gott wird alle retten (Röm 11,32): Heiden(-christen), Israel (Verstockung war geplant), schließlich alle.
  • Bildliche Umsetzung: „Ölbaumallegorie“ (Röm 11,16-24)
    • Wurzel = Verheißungen Israels, aus denen Israel und die Völker leben
    • Ölbaum, dessen Zweige abgebrochen/wieder eingepfropft werden = Gottes Volk
    • gegen den Hochmut der Heidenchristen: „nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich”

Letzte Aktualisierung: 3. Juni 2013, Stephan Rehm.

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