07: Der erste Korintherbrief (Zoomstufe 2 bis 3)

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Die Gemeinde in Korinth um 53

Probleme in der korinthischen Gemeinde haben ihren Grund in …

  • sozialen Spannungen, die sich auch auf die gottesdienstlichen Zusammenkünfte auswirken
  • Faszination und Prägung durch hellenistische Religiosität
    • Heilsbotschaft esoterisch verstanden
    • Apostel als Mystagoge
    • Individualistische »Erlebnisfrömmigkeit«, Enthusiasmus & geistlicher Hochmut

Beachte auch die Seite »Die Korintherbriefe – Einleitungsfragen«.

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Erläuterung zum Aufriss

Folgender Aufriss ist detailliert ausgearbeitet bis Kapitel 10. Alles Großgedruckte entspricht Zoomstufe 2; alles kleinere, mit Anstrichen versehene, bewegt sich (abgesehen von den Visualisierungsmöglichkeiten, die mit einer MindMap gegeben wären) auf dem Niveau von Zoomstufe 3. Als Illustration zu Zoomstufe 2 dürften die zusätzlichen Informationen durchaus nützen. Für eine genauere Ausarbeitung der restlichen Kapitel muss ich um Geduld oder Zuarbeit bitten :-). Vertiefungen zu den Kapiteln 11-15 findest du jedoch auch unter der Überschrift »Thematischer Zugang« – dort nur nicht im bibelkundlichen Tabellenformat und unter starker Akzentuierung des Leitthemas.

1,1-3 Präskript
1,4-9

Proömium:

  • Dank für den Reichtum der Gnadengaben
  • Christus wird die Korinther im Hinblick auf das Ende der Zeit festigen, denn: „Gott ist treu“ (1Kor 1,9)
1 – 4

Paulinische Reaktionen auf Parteiungen in der Gemeinde (1,10 – 4,21)

1,10-17 Das Problem, die Parteien: Paulus-, Apollos-, Kephas- (und Christus-)Partei → „Ist der Christus zerteilt? Ist etwa Paulus für euch gekreuzigt?“ (13)
1,18 – 2,16 Theologische Grundlegung: Das Törichte Gottes ist weiser als menschliche Weisheit
1,18-31

nicht menschliche Weisheit rettet, sondern Gott rettet durch die Torheit, dass der gekreuzigte Christus gepredigt wird

  • → wenig Weise, Mächtige und Edle in der Gemeinde
  • → vor Gott kann man sich nur Gottes rühmen, nicht der eigenen Fleischlichkeit
2,1-5 Paulus predigte den Korinthern nicht rhetorisch geschickt, sondern wusste nur den gekreuzigten ChristusGottes Geist erwies Gottes Kraft
2,6-16 Zentraler Gedanke: Gottes Geist kennt Gott und erweist jetzt „uns“ als geistlichen Menschen (Paulus und andere Apostel) die bisher verborgenen geistlichen Geheimnisse Gottes → „Wir haben Christi Sinn“ (16)
3 »Nachschulung«: Grundwissen Gemeindeaufbau – die Gemeinde als Ackerfeld, Bau, Tempel
3,1-4 Vorwurf: Parteiungen sind menschlich
3,5-15

Alternative Sichtweise:

  • Gemeinde = Gottes Ackerfeld & Bau
  • Paulus, Apollos = Gottes Diener & Mitarbeiter Gottes → Feuergericht nach Werken (1Kor 3,12-15)
  • Gott gibt Wachstum (beim Ackerfeld)
  • Christus ist Fundament (des Baus; 11)
3,16-23

Anwendung: Das Sein der Korinther soll ihr Verhalten bestimmen

  • Gemeinde = Gottes Tempel durch Gottes Geist → menschlich Weise sollen töricht werden, um weise zu werden
  • „alles ist euer“ (= „alles [auch Paulus etc.] steht Euch zu Diensten“; 1Kor 3,21-23) → sich nicht im Blick auf Menschen rühmen
4 Die Apostel als Diener in Niedrigkeit und die Korinther als aufgeblasene, geliebte Kinder
4,1-5 Paulus erwartet, von Christus als „Verwalter der Geheimnisse Gottes“ im Hinblick auf seine Treue gerichtet zu werdennicht schon vor der Wiederkunft des Herrn richten
4,6-16 „sich aufblasen für den einen gegen den anderen“ (6) als ob die Korinther herrschen würden, ist unzulässig, da es nichts gibt, das sie nicht erst empfangen hättenBitte des „Vaters“ Paulus (15), den Aposteldienst fern von der Herrschaft nachzuahmenPeristasenkatalog« in 9-13)
4,17-21 Sendung des Timotheus zur Erinnerung an den Wandel des Paulus; Ankündigung/Drohung (?), dass Paulus bei seinem Kommen die Kraft der Aufgeblasenen kennenlernen will
5 – 11

Streitfragen in der Gemeinde (5,1 – 11,1)

5 Ein Fall von Inzest bei den „Aufgeblasenen“: den Bösen hinaustun!
5,1-5 Sachverhalt & Urteil: der Unzüchtige (schläft mit seiner Mutter) soll zum Verderben des Fleisches und zur Rettung des Geistes dem Satan übergeben werden
5,6-8 Mahnung zur Lauterkeit, die Christus entspricht, anhand des Bildes vom ungesäuertem Sauerteig zur Passafeier (Christus als Passalamm), denn: „ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig“ (6)
5,9-13 Korrektur eines möglichen Missverständnisses aus dem Vorbrief: „nicht mit Unzüchtigen Umgang haben“ = „nicht mit unzüchtigen Gemeindemitgliedern Umgang haben“ → „Tut den Bösen von euch selbst hinaus!“ (13)
6,1-11 Beschämung der Heiligen wegen ihrer Rechtsstreitigkeit um Alltagsdinge vor heidnischen Gerichtendrei Gründe dagegen
  • Wer die Engel und die Welt richten wird, sollte fähig sein, über Alltägliches selbst zu richten (1-4).
  • Für Heilige wäre es angemessener, Ungerechtigkeit zu ertragen, anstatt überhaupt darüber zu streiten (7).
  • Brüder zu übervorteilen = Ungerechtigkeit, die Gottes Reich nicht erbt → »Lasterkatalog« war früher (8-11)

Beschämung (wegen der Differenz von Heilig-Sein und unheiligem Verhalten)!

6,12-20 Warnung der Heiligen vor Prostitution
6,12

Schlüsselvers: „Alles ist mir erlaubt, aber

  • … nicht alles ist nützlich.
  • … ich will mich von nichts beherrschen lassen.“
6,13-20

Klarstellung:

  • Sein der Heiligen: Leib = Glied Christi (15) & Tempel des Geistes (19) → „Verherrlicht Gott mit eurem Leib!“ (20)

aber: Verhalten wirkt auf das Sein zurück

  • „Wer der Hure anhängt, ist ein Leib mit ihr.“ (16)
  • „Wer dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm.“ (17)
7

Ehelosigkeit und Ehe als Lebensformen für verschiedenes sexuelles Empfinden; Veränderbarkeit des gesellschaftlichen Standes (Ehescheidung, Beschnittensein, Sklavesein)

  • Schlüsselverse:
    • haben, als hätte man nicht, [...], denn die Gestalt dieser Welt vergeht“ (7,29-31)
    • es muss im Herrn geschehen“ (7,39b)
 7,1-9

Meinung des Paulus (Prinzipielles hinsichtlich des sexuellen Verlangens I):

  • Enthaltsamkeit und Ehelosigkeit ist gut und wünschenswert (1; 7-8)
  • „es ist besser zu heiraten, als (vor Verlangen) zu brennen“ (9)
  • in der (monogamen!) Ehe leiste jeder seine (sexuelle) Pflicht, außer in einvernehmlichen Gebetszeiten (2-6)
 7,10-11; 7,39

Gebot Christi (im Hinblick auf die allgemeine Frage nach Ehescheidung):

  • Frauen sollen den Mann nicht verlassen und kein Mann soll seine Frau wegschicken
  • geschiedene Partner sollen unverheiratet bleiben oder sich versöhnen
  • Wenn der Mann einer Frau gestorben ist, kann die Frau heiraten, wen sie will
 7,12-16

Meinung des Paulus (im Hinblick auf die Frage, ob Zum-Glauben-Kommen ein Scheidungsgrund ist):

  • will der ungläubige Partner bleiben, soll er als Ungläubiger geduldet werden, denn: „der ungläubige [Partner] ist [durch den gläubigen Partner] geheiligt“ (14)
  • will der ungläubige Partner die Scheidung, so ist das möglich, denn: „Zum Frieden hat uns Gott berufen“ (15)
 7,17-24

Exkurs bzgl. anderer Stände: „Jeder bleibe in dem Stand, in dem er berufen worden ist.“ (20), denn Äußerliches (wie Beschneidung, gesellschaftlicher Status) „ist nichts“, sondern:

  • das Halten der Gebote (aus dem Inneren heraus, Röm 2,28-29a)
  • Unabhängigkeit von Menschen („Nicht-Sklave-Sein“, statt dessen Abhängigkeit von Gott [Röm 2,29b], der die Korinther erkauft hat)

aber (21b): Votum für das Streben auch nach äußerlicher Freiheit („wenn du kannst, dann umso lieber“)

7,25-40

Meinung des Paulus als „eines Menschen, der vom Herrn die Barmherzigkeit empfangen hat, vertrauenswürdig zu sein“ (1Kor 7,25; Prinzipielles hinsichtlich des sexuellen Verlangens II, angesichts der begrenzten Zeit [29 – »eschatologischer Horizont«]): Enthaltsamkeit und Ehelosigkeit ist gut und wünschenswert, da …

  • … „Bedrängnisse für das Fleisch“ bevorstehen → Paulus will schonen und Sorge ersparen
  • … Verheiratete sind nicht ungeteilt für Gott da, sondern sorgen sich um Innerweltliches um des Partners willen
8 – 10

Götzenopferfleisch essen – Ja oder Nein?

  • Schlüsselverse:
    • Die Erkenntnis bläht auf, aber die Liebe erbaut.“ (8,1b)
    • Wer zu stehen meint, sehe zu, daß er nicht falle“ (1Kor 10,12)
    • Alles ist erlaubt, aber
      • … nicht alles ist nützlich
      • … nicht alles erbaut.“ (10,23)
 8

Die Sachlage: Götzenopferfleisch zu essen ist unproblematisch, kann aber dem schwachen Bruder schaden.

  • Inhalt der Erkenntnis: Es gibt „keinen Götzen in der Welt“; es ist „kein Gott als nur einer“ (4; 6: frühchristliche Bekenntnisformel »Gott = Vater – Christus = Herr«) → Götzenopferfleisch essen ist an sich keine Sünde; Speise essen oder nicht essen beeinflusst den Status vor Gott nicht (8)
  • aber: manche haben die Erkenntnis nicht verinnerlicht; sie empfinden das Essen von Götzenopferfleisch aus Gewohnheit als Sünde (7)
  • Problem: die Freiheit der »Starken« verleitet die »Schwachen« zum Verhalten gegen ihr Gewissen → „Durch deine Erkenntnis kommt der Schwache um, der Bruder, um dessentwillen Christus gestorben ist.“ (11) → Sünde gegen Christus (12)
  • Konsequenz: „Darum, wenn eine Speise meinem Bruder Ärgernis gibt, so will ich nie und nimmermehr Fleisch essen, damit ich meinem Bruder kein Ärgernis gebe.“ (13; Extremposition als Selbstaussage des Paulus)
9

Exkurs als illustrierendes Beispiel: Paulus verzichtet auf seine Freiheit, das apostolische Unterhaltsrecht einzuklagen

  • 1-14: Paulus ist Apostel der Korinther und hat nach dem Gesetz des Mose und nach Anweisung des Herrn (Referenz auf ein Herrenwort in 14) das Recht auf Unterhalt: „Wenn wir euch das Geistliche gesät haben, was ist es da Großes, wenn wir von euch das Irdische ernten?“ (11) → dieses Recht ist Grundlage seiner Freiheit
  • 15-18: Paulus verzichtet aus sein Unterhaltsrecht, damit …
    • … das Evangelium kostenfrei ist (18) und der Unterhalt kein Hindernis für das Evangelium darstellt (12b)
    • … der Ruhm (15) und der Lohn (17) des Paulus nicht zunichte wird, mehr getan zu haben als das Verlangte (der Herr hat von Paulus nur die Evangeliumsverkündigung verlangt, nicht die kostenfreie Evangeliumsverkündigung)
  • 19-23: Paulus ist freiwillig Sklave gegenüber allen geworden, „um am Evangelium Anteil zu bekommen“ (23): „Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette.“
  • 24-27: Bild vom Sportwettkampfvorbildhafte Selbstkontrolle des Paulus
10,1-22

Israels Frühgeschichte als „Vorbild zur Ermahnung für uns, über die das Ende der Zeitalter gekommen ist“ (11)

  • 1-10: alle Israeliten waren bei den geistlichen Vollzügen (geistlicher Fels = Christus) dabei, aber an den meisten hatte Gott kein Gefallen, so dass sie starben → nicht wie jene nach dem Bösen gieren
    • nicht Götzendiener werden
    • keine Unzucht treiben
    • Christus nicht versuchen
    • nicht murren
  • 12: Mahnung gegen Selbstüberschätzung
  • 13: Trost, dass die Versuchung (die im Götzenopferfleisch-Essen besteht) ertragbar sein wird, denn: „Gott ist treu
  • 14-22: Mahnung, den Götzendienst zu fliehen, da sonst Gemeinschaft mit Dämonen droht
    • alle kultische Vollzüge (Kelch segnen, Brot brechen, Israels Schlachtopferkult, Götzenopfer) stiften Gemeinschaft
    • Götzenopfer ist für die Dämonen → „Ich will nicht, dass ihr Gemeinschaft habt mit den Dämonen“ (1Kor 10,20)
    • wissentlich Götzenopferfleisch essen ist nach Götzendienstlogik „den Herrn zur Eifersucht reizen“ (1Kor 10,22) → absurd!
10,23-33; 11,1

Zusammenfassung: nicht das Seine, sondern das des anderen und Gottes Ehre suchen!

  • 25-29 – noch einmal: Verhaltensregeln von Fall zu Fall
  • 32-33; 11,1 – Paulus bittet, dass man ihn nachahme: unanstößig sein – den Vorteil der vielen suchen, „dass sie errettet werden“ (10,33)
11 – 14

Probleme im Gemeindegottesdienst (12,2 – 14,40)

11,2-16 Habitus von Männern und Frauen beim Gebet
11,17-34 Mahnung zum rechten Verhalten beim Herrenmahl (1Kor 11,23-25: »Einsetzungworte«)
12 Die verschiedenen Geistesgaben (»Charismen«): viele Glieder, ein Leib
13 das wichtigste Charisma: »Liebe«
14 wie sich Zungenrede und Prophetische Rede in die Ordnung der Gemeindeversammlungen einfügen sollen
15

Auferstehung (15,1-58)

15,1-34 gegen die Leugnung der Auferstehung: die Auferstehungshoffnung und die Zeugen der Auferstehung Christi
15,3b-5 Bekenntnisformel
15,5-8 Liste der Auferstehungszeugen
15,35-58 Eigenart der Auferstehung: Verwandlung in einen neuen Leib
16 Briefschluss: Kollekte, Reisepläne, Mitteilungen über  Mitarbeiter, Grüße & Charisformel

Thematischer Zugang Icon „Sache/Gegenstand“

Der Parteienstreit (1-4)

Situation: Spaltungen in der Gemeinde durch Parteien

  • deren Mitglieder berufen sich jeweils auf ihre verschiedenen geistlichen Väter/auf ihre Täufer, also Paulus, Apollos, Kephas (vgl. Mysteriengemeinden?)
  • »Christuspartei« umstritten → ist möglicherweise nur eine Überspitzung)

Reaktion:

  • „Ist Christus etwa zerteilt?“ (1,13) → Gemeinde als Leib Christi (12)
  • „Ist etwa Paulus für euch gekreuzigt?“ (1,13) → Paulus als Diener in Niedrigkeit (3-4)

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Die christliche Freiheit und ihre Umsetzung (5-10)

Leitsatz: „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten“ (6,12; 10,23)

  • Leib ist „Tempel des heiligen Geistes“ (3,16; 6,19) → das hat Konsequenzen! (z. B. 5,13)
  • Die Freiheit ist begrenzt (bis zur Unwirksamkeit! [8,13]) durch die Verantwortung gegenüber anderen Gliedern am Leib Christi.

Beispiel: Ehe und Ehelosigkeit (7)

  • Leitsatz über das Verhältnis zur Welt angesichts des eschatologischen Horizonts: „Haben, als hätte man nicht“
  • grundsätzlich: unverheiratet zu sein ist besser als verheiratet zu sein (Angesichts des nahenden Weltendes beurteilt Paulus die Sorge um die Welt und um den Partner eher als lästig.)
  • aber: verheiratet zu sein ist besser als sich zu verzehren oder unzüchtig zu leben
  • praktische Orientierung an Fallbeispielen:
    • Unverheiratete, Witwen: heiraten ist erlaubt, ledig bleiben ist besser (= Meinung des Paulus)
    • Verheiratete: keine Scheidung; Geschiedene: keine Wiederheirat (= Gebot des Herrn!)
    • Ehen zwischen Gläubigen und Ungläubigen: gegenseitige Heiligung oder Trennung auf Wunsch des ungläubigen Partners (= Meinung des Paulus)

Beispiel: Götzenopferfleisch (8): Darf man Fleisch aus heidnisch-kultischer Schlachtung essen?

  • grundsätzlich: unbedenklich, denn: es gibt keine Götzen
  • aber: Einschränkung, denn: Gewissen der »Schwachen« könnte belastet werden; Außenstehende könnten am Verhalten der »Starken« Anstoß nehmen
  • praktische Orientierung an Fallbeispielen:
    • wenn bekannt ist, dass Fleisch Opferfleisch ist: nicht essen
    • wenn Herkunft des Fleisches unbekannt: „esst und forscht nicht nach“

Fazit: Christliche Freiheit verwirklicht sich in Gemeinschaft. Das kann auch „Rechtsverzicht“ bedeuten (vgl. 1Kor 6,7; 1Kor 9)!

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Probleme im Gemeindegottesdienst (11-14)

Frauen und Männer im Gottesdienst (11,2-16)

Situation: Frauen und Männer tradieren die paulinische Lehre im Gottesdienst durch Gebet und Weissagung → Streitpunkt: manche Frauen tun das mit offenem Haar

Reaktion:

  • Darlegung des Schöpfungsunterschieds zwischen Mann und Frau → das Verhüllen der Haare soll mit „Macht“ (11,10) verhindern, dass die gelösten Haare als erotisches Signal Begehrlichkeiten wecken
  • Relativierung des Schöpfungsunterschieds
  • Aufruf zum eigenständigen, konventionsgemäßen Urteil

Abendmahlsfeier (11,17-34)

Situation: Abendmahlsfeier damals mit Sättigungsmahl verbunden → soziale Unterschiede werden offenkundig!

Reaktion: Paulus fordert zu Solidarität auf und erinnert dabei an die Einsetzung des Abendmahls durch Christus

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Geistesgaben / Charismen (12-14)

Charismen: Weisheitsrede, Erkenntnisrede, Heilen, Wunder tun, Prophetie, Glossolalie …

Situation: Korinther haben eine Vorliebe für spektakuläre Geistesgaben → Selbstdarstellung im Gottesdienst?

Reaktion: Liebe (unspektakulär!) ist wichtigste Gabe; Prophetie/Glossolalie wird kritisch gewürdigt

  • Kriterium Gemeindebezug: „was auferbaut“ → gegen exklusiven Gebrauch
  • Kriterium Christus: wird Christus geehrt oder der »erhabene« Gläubige?

Fazit: Paulus will Charismen mit Hilfe des Bildes vom Leib und den Gliedern integrieren (1Kor 12; Röm 12)

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Auferstehung (15)

1) Auferstehung Jesu als zentraler Glaubensinhalt der Christen

Dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist;
und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist…
  • Zeugenliste (1Kor 15,5-8)
    • Kephas und die Zwölf;
    • fünfhundert Brüder, von denen die meisten noch leben;
    • Jakobus und alle Apostel;
    • zuletzt Paulus als „unzeitige Geburt“

2) an der Auferstehung Jesu hängen auch andere zentrale Glaubensinhalte:

  • Predigt der Apostel (ohne Auferstehung wäre sie falsches Zeugnis)
  • Glaube der Christen (ohne Auferstehung wäre er nichtig, Sündenmacht wäre nicht besiegt)
  • Hoffnung auf allgemeine Totenauferstehung
  • Plausibilität der Ethik ist ohne Auferstehung gefährdet (1Kor 15,30-34)

3) der neue Leib der Auferstandenen

  • „natürlicher Leib“ von der Erde ist verweslich: Niedrigkeit, Armseligkeit
  • „geistlicher Leib“ vom Himmel ist unverweslich: Herrlichkeit, Kraft
  • Tote werden unverweslich auferstehen; Lebende werden verwandelt werden

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Letzte Aktualisierung: 6. Juni 2013, Stephan Rehm.

11 Antworten auf 07: Der erste Korintherbrief (Zoomstufe 2 bis 3)

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