Jesus von Nazaret (Einführung)

Charakteristik

Jesus von Nazareth, ein gelernter Bauhandwerker galiläischer Herkunft, trat Ende der 20er Jahre des 1. Jh. mit besonderen Prägungen und einem besonderen Bewusstsein in die Öffentlichkeit: Als Schüler des taufenden und tempelkritischen Bußpredigers Johannes war er davon überzeugt, dass Gott bald seine eschatologisch-endgültige Herrschaft aufrichten würde und die Menschen sich glaubend darauf einstellen sollten.

Dass Jesus Gott nicht wie sein taufender Lehrer als Richter und König, sondern als gnädigen und väterlichen Herrscher darstellte, bewegte die Menschen: Er gewann zwölf Nachfolger und einige Frauen, die ihre Sesshaftigkeit zu seinen Gunsten aufgaben, um mit ihm im Gottesreich eine Art repräsentative Volksherrschaft auszuüben. Für ihn war Gottes Güte grenzüberschreitend; wer sich aber nicht von ihr ergreifen ließ, würde sich dem „Höllenfeuer“ des Gerichts gegenüber sehen. Er unterstrich den von ihm vertretenen Anspruch durch Worte und Taten: In Gleichnissen drücke er den Menschen ihre eschatologisch Verantwortung für ihr Heil und Unheil aus, als Heiler richtete er bereits Zeichen der beginnenden Gottesherrschaft auf. Als Rabbi (jüdischer Gesetzeslehrer) verschärfte er das Gesetz dort, wo es um Lebensförderung geht; dort, wo das Gesetz Abgrenzung schafft, zeigte er sich liberal. Seinen Jüngern jedoch legte er besondere Regeln auf, um zu betonen, dass die Gute Botschaft von der gnädigen Herrschaft Gottes nach Art eines Vaters dringlich zu verkünden sei.

Über alldem wurde ihm nicht seine theologischen Auseinandersetzungen mit den frommen Juden über die Erfüllung des Willens Gottes zum Verhängnis, sondern seine Missbilligung des Tempels. Er weissagte gegen den Tempel und störte den Tempelkult, weshalb er – verraten durch einen der Zwölf Nachfolger – verhaftet und vor dem römischen Präfekten Pontius Pilatus als Königsprätendent angeklagt wurde. Er distanzierte sich von dieser Anklage nicht, da er davon überzeugt war, dass Gott durch ihn die große Wende zugunsten Israels und der Welt herbeiführen würde. So wurde er wahrscheinlich im April 30 gekreuzigt. Nachdem die NachfolgerInnen aufgrund von Begegnungen mit ihm zu der Überzeugung gekommen waren, dass er lebte, deuteten sie sein Leben neu und erkannten, dass er ein leidender Messias war, der den Menschen eine messianische Würde gegeben hatte. Als leidender, auferstandener und erhöhter Messias rückte Jesus für seine Nachfolger an die Seite Gottes.

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Lebensabschnitte und einschneidende Ereignisse (tabellarisch)

um -4 Geburt in Nazaret als Sohn eines Bauhandwerkers
um 29 Taufe durch Johannes den Täufer
  erfolgreiches Wirken als Wandercharismatiker, wird aber auch abgelehnt
April 30 Kreuzigung aufgrund des Vorwurfs, Königsprätendent zu sein
danach Erscheinungen als Auferstandener

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Ressourcen

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Letzte Aktualisierung: 10. Juli 2012, Stephan Rehm.

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