Eckdaten (Zeit, Ort, Personen) 
Wer? – Matthäus
War „Matthäus“ einer von den Zwölfen?
- Der Jünger Matthäus (Mt 9,9-13) wurde im 2. Jh. mit dem Autor des Evangeliums identifiziert. → Problem: hätte ein Augenzeuge den Bericht eines Nicht-Augenzeugen (Mk) verwendet?
War „Matthäus“ Judenchrist oder Heidenchrist?
- Hinweise auf einen judenchristlichen Hintergrund:
- Sendung Jesu „zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Mt 15,24; Jünger Mt 10,5f)
- Kommen Jesu, um Tora zu erfüllen, nicht aufzulösen → bleibend gültig! (Mt 5,17-20)
- es soll christliche Schriftgelehrte geben (Mt 13,52; Mt 23,34)
- gute Gesetzeskenntnis
- gehäufte Verwendung alttestamentlicher Reflexionszitate („damit erfüllt würde, was geschrieben steht“)
- Hinweise auf einen Bruch mit der Synagoge:
- distanzierte Rede (ihre Synagogen Mt 4,23; Mt 10,17; Mt 23,34; ihre Schriftgelehrten Mt 7,29)
- scharfe Polemik („Verstockungstheorie“ nach Jes 6,9-10 in Mt 13,11-15; Pharisäer und Sadduzäer werden in 16,12 in einen Topf geworfen; Pharisäerrede ist überzogen)
- Substitutionsvorstellung (Weinberggleichnis [21]? → Weinberg anderen gegeben)
- „Selbstverfluchung“ („Sein Blut komme über uns…“ [Mt 27,25]) → verhängnisvolle Wirkung!
Fazit: „Matthäus“ war wohl ein anonymer, judenchristlicher Schriftgelehrter („Judenchrist“ iSv geborener Jude; nicht iSv Beschneidunggebot für Christen).
Zeit & Ort
Wann? nach 70 (Mt 22,7), vor 110 (zitiert bei Ignatius von Antiochien und in der Didache) → zwischen 80 und 90.
Wo? in Syrien, evtl. im Raum Antiochia (Mt 4,24; Mt 19,1; Mt 17,24-27; Petrustraditionen, Bezeugung bei Ignatius von Antiochien)
Umstände
& Ziele 
Die Situation der matthäischen Adressaten
Der Adressat des Matthäusevangeliums ist eine Gemeinde mit starkem judenchristlichen Element, deren Exponent Matthäus ist. Nach einem traumatischem Konflikt mit der Synagoge befindet sich die Gruppe in einer Umbruchssituation. Matthäus will Orientierung geben, indem er an die jüdische Tradition anknüpft, sich aber gleichzeitig von ihr abgrenzt.
- Bewahrung der judenchristlichen Tradition, die in Jesus erfüllt ist
- Reflexionszitate: einzelne Schriftworte erfüllen sich in einzelnen Details des Lebens Jesu
- Tora-Argumentation: Jesus hat den Auftrag, das Gesetz zu erfüllen(5,17)
- Öffnung gegenüber der Völkermission
Linearer Zugang 
Sondergutstexte sind in dieser Übersicht gegenüber anderem Material, das auch Markus oder Lukas bieten, besonders berücksichtigt und als solche gekennzeichnet.
Ursprung & Initiation Jesu (1 – 4,22)
| 1,1 | Buchüberschrift: „Buch des Ursprungs Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.“ (REB) | |
| 1 – 2 |
Ursprung Jesu (1 – 2) |
|
| 1,2 – 2,23 | Stammbaum, Geburt, Huldigung, Niederlassung in Nazareth nach Flucht → viele Erfüllungszitate |
|
| 1,18-25 | Geburt Jesu (Protagonist: Josef; Sondergut) | |
| 1,21-22 | Benennung Jesu & Ausblick auf 28,18-20: „Du sollst seinen Namen Jesus nennen; denn er wird sein Volk erretten von seinen Sünden. 22 Dies alles geschah aber, damit erfüllt würde, was von dem Herrn geredet ist durch den Propheten, der spricht: 23 »Siehe, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Emmanuel nennen«, was übersetzt ist: Gott mit uns.“ (REB) | |
| 2,1-23 | Huldigung der Magier, Flucht nach Ägypten, Kindermord (Sondergut) | |
| 3 – 4 |
Initiation Jesu (3 – 4,22) |
|
| 3,2; 4,17 | Johannes der Täufer / Jesus: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.“ | |
| 3 | Wirken Johannes des Täufers; Jesus lässt sich taufen | |
| 3,17 | Himmelsstimme: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ (REB) | |
| 4,1-11 | Versuchung Jesu (Parallele: Lk 4,1-13) | |
| 4,12-22 | Beginn der Wirksamkeit & Jüngerberufung (4,17: Jesu Botschaft; || 3,2) | |
Wirksamkeit Jesu (4,23 – 25)
| 5 – 9 |
Wirken Jesu in Wort und Tat (4,23 – 9,35) |
|
| 4,23 || 9,35 | Verkündigungssummarien: „Und er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen unter dem Volk.“ (REB) | |
| 4,23-25 | Verkündigungssummarium | |
| 5 – 7 | Die Bergpredigt: Jesus als Messias des Wortes I | |
| 5,3-12 | Seligpreisungen (Preisung der Barmherzigen, Herzensreinen, Friedensstifter und derer, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden = Sondergut) | |
| 5,21-48 | Antithesen (Töten, Ehebruch, Schwören = Sondergut) | |
| 6,1-4 | Vom Almosengeben (Sondergut) | |
| 6,5-6 | Vom Beten (Sondergut) | |
| 6,9-13 | Vaterunser | |
| 6,16-18 | Vom Fasten (Sondergut) | |
| 7,6 | Keine Entweihung des Heiligen („Werft Eure Perlen nicht vor die Säue“; Sondergut) | |
| 7,12 | Goldene Regel | |
| 8 – 9,35 | Jesus als Messias der Tat I (enthält auch Auseinandersetzungen) | |
| 8,1-4 | Heilung eines Aussätzigen | |
| 8,23-27 | Sturmstillung I | |
| 9,1-8 | Sündenvergebung & Heilung für einen Gelähmten | |
| 9,9-17 | Berufung des Matthäus → Sündermahl → Fastenfrage | |
| 9,27-31 | Heilung zweier Blinder (Sondergut) | |
| 9,32-34 | Exorzismus an einem Stummen I (Sondergut) | |
| 10 – 11 |
Angebot Jesu und Unverständnis Israels (9,36 – 11,30) |
|
| 10 | Aussendungsrede („Geht nicht auf einen Weg der Nationen, und geht nicht in eine Stadt der Samariter; geht aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!“ [REB]) | |
| 10,17-25 | Vom Schicksal der Jünger (Sondergut) | |
| 11,2-19 | Täuferanfrage & Täuferrede | |
| 11,20-30 | Äußerungen Jesu ohne situative Einbindung | |
| 11,20-24 | Weheruf über unbußfertige Städte Galiläas | |
| 11,25-27 | Lobpreis des Vaters (27: johanneischer Gedanke bei Mt) | |
| 11,28-30 | Ausblick: Heilandsruf (Sondergut) | |
| 12 – 16 |
Ablehnung Jesu durch Israel & Rückzug aus Israel (12 – 16,20) |
|
| 12 | Konflikte mit den Pharisäern | |
| 12,22-24 | Exorzismus an einem Stummen II → Beelzebulvorwurf | |
| 12,46-50 | Jesus lehnt seine Verwandten ab | |
| 13 | Gleichnisrede: Himmelsreichsgleichnisse | |
| 13,3-23 | Erzählung & Auslegung des Sämannsgleichnisses, darin (10-17): Parabeltheorie | |
| 13,24-43 | Erzählung & Auslegung des Gleichnisses vom Unkraut auf dem Acker (Sondergut), darin: Gleichnis vom Senfkorn & Sauerteig (24-43) | |
| 13,44-50 | Gleichnisse vom Schatz, von der Perle, vom Fischnetz (Sondergut) | |
| 13,52 | Selbstverständnis des Matthäus(?): „Darum ist jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Reichs der Himmel geworden ist, gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorbringt.“ (REB) | |
| 13,53-58 | Jesus wird in seiner Vaterstadt Nazareth abgelehnt | |
| 14 – 16,20 | Jesus als Messias der Tat II (weitgehend parallel: Mk 6,14 – 8,30) | |
| 14,1-12 | Einschub: Tod Johannes des Täufers | |
| 14,13-21 | Brotwunder I: Speisung der 5000 | |
| 14,22-33 | Epiphanie & Sturmstillung II → 1. Gottessohn-Bekenntnis der Jünger (33): „Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!“ |
|
| 15,1-20 | Auseinandersetzung um die Reinheitsfrage | |
| 15,21-28 | Exorzismus an der Tochter der Kanaanänerin | |
| 15,29-39 | Brotwunder II: Speisung der 4000 | |
| 16,1-12 | Zeichenforderung von Pharisäern und Sadduzäern → Jesus schilt den Unglauben der Jünger | |
| 16,13-20 | Petrusbekenntnis (16: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ [REB]) → Petrus als Fels der Gemeinde (18: „Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen.“ [REB]) |
|
| 16 – 20 |
Jüngerbelehrungen und Worte für die Gemeinde (16,21 – 20) |
|
| 16,21 – 17,27 | Leidens- und Auferstehungsankündigungen, Verklärung u. a. (weitgehend parallel: Mk 8,31 – 9,32) | |
| 16,21-23 | 1. Ankündigung von Leiden und Auferstehung → Anfeindung durch Petrus | |
| 16,24-28 | Nachfolgelogien: Selbstverleugnung, das eigene Leben verlieren oder retten | |
| 17,1-13 | Verklärung mit Himmelsstimme: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Ihn hört!“ (REB) | |
| 17,14-20 | Jüngerversagen beim fallsüchtigen Knaben → Exorzismus durch Jesus | |
| 17,22-23 | 2. Ankündigung von Leiden und Auferstehung | |
| 17,24-27 | Der Stater im Fischmaul (Sondergut) | |
| 18 | Jüngerrede, Gemeinderegel | |
| 18,1-14 | Jüngerrede: Wert des Kleinen im Gottesreich; Gleichnis vom verlorenen Schaf | |
| 18,15-18 | Verhalten gegen sündige Brüder | |
| 18,19-20 | Ermutigung zum gemeinsamen Bitten (Sondergut) | |
| 18,21-35 | Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht (Von der Vergebung; Sondergut) | |
| 19 – 20 | auf dem Weg nach Jerusalem (weitgehend parallel: Mk 10) | |
| 19,1-12 | Ehescheidung und Eheverzicht | |
| 19,13-16 | Kindersegnung (wichtig bei Taufliturgien) | |
| 19,16-30 | Frage des Reichen nach dem Heil („Kamel durch’s Nadelöhr“) | |
| 20,1-16 | Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Gleicher Lohn für ungleiche Arbeit; Sondergut) | |
| 20,17-19 | 3. Ankündigung von Leiden und Auferstehung | |
| 20,20-28 | Frage der Zebedäussöhne nach bevorzugten Himmelsplätzen | |
| 20,29-34 | Blindenheilung an zwei Blinden (Mk 10,46-52: Blindenheilung an Bartimäus) | |
| 21 – 25 |
Wirken Jesu in Jerusalem (21,1 – 25,46) |
|
| 21 – 22 | Einzug, Tempelreinigung, Gleichnisse & Streitgespräche (weitgehend parallel: Mk 11-12) | |
| 21,1-17 | ein Tag: Einzug & Tempelreinigung | |
| 21,18-22 | Feigenbaumwunder & Glaubensgebet | |
| 21,23-27 | Frage nach der Vollmacht | |
| 21,28-32 | Gleichnis von den ungleichen Söhnen (Sondergut) | |
| 21,33-46 | Gleichnis von den Weingärtnern (Mk-Stoff) | |
| 22,1-14 | Gleichnis vom Hochzeitsmahl (Q-Stoff) | |
| 22,15-46 | Diskussionspunkte: Steuer, Auferstehung, höchstes Gebot (34-40), Christus Davidssohn | |
| 23 | Pharisäerrede | |
| 23,1-12 | Warnung vor den Schriftgelehrten & Pharisäern (Mk-Stoff) | |
| 23,13-36 | Weherufe über Schriftgelehrte & Pharisäer (Q-Stoff) | |
| 23,37-39 | Klage über Jerusalem (Q-Stoff) | |
| 24 – 25 | Rede über Endzeit und Weltgericht | |
| 24,1-44 | Tempelzerstörung & Bedrängnisse, Parusie, Ermahnung zur Wachsamkeit (Mk-Stoffe) | |
| 24,45-51 | Gleichnis vom treuen und untreuen Knecht (Q-Stoff) | |
| 25,1-13 | Gleichnis von den zehn Jungfrauen (Sondergut) | |
| 25,14-30 | Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Q-Stoff) | |
| 25,31-46 | Weltgericht mit doppeltem Ausgang (Sondergut) | |
Passion & Tod, Auferstehung & Erscheinungen (26 – 28)
| 26 – 27 |
Passion (26,1 – 27,66)weitgehend parallel: Mk 14-15 |
|
| 26,1-14 | Todesbeschluss & Salbung | |
| 26,15-75 | Herrenmahl, Gethsemane, Prozess vor dem Synhedrium | |
| 26,26-28 | Einsetzungsworte (Parallelen: Mk 14,22-24; Lk 22,19-20; 1Kor 11,23-25) | |
| 27,1-66 | Prozess vor Pilatus, Golgatha, Grablegung | |
| 27,3-10 | Bericht über das Ende des Verräters Judas (Parallele: Apg 1,16-19) | |
| 27,19 | Der Traum der Frau des Pilatus (Sondergut) | |
| 27,24-25 | Pilatus wäscht seine Hände; „Sein Blut komme über uns…“ (Sondergut) | |
| 27,51-53 | Auferstehung der Heiligen aus den Gräbern (Sondergut) |
|
| 27,54 | 3. Gottessohn-Bekenntnis (Hauptmann mit seinen Bewachern): „Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn!“ | |
| 27,62-66 | Bewachung des Grabes (Sondergut) | |
| 28 |
Auferstehung & Erscheinungen (28,1-20) |
|
| 28,1-10 | Verkündigung des Engels an die Frauen und Erscheinung Jesu vor den Frauen (Erdbeben in 2: Sondergut) | |
| 28,11-15 | Bestechung der Grabwächter (Sondergut) | |
| 28,16-20 | Erscheinung Jesu vor den Jüngern in Galiläa → Missions- und Taufbefehl (Sondergut; Abschluss: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.“ [REB]) | |
Thematischer Zugang 
Literarische Besonderheiten
- Verwendung verschiedener Quellen
- Mk (ca. ½ des Stoffes und Erzählaufriss. Welche Stoffe des Matthäusevangeliums aus Mk entlehnt sind, ist in der Übersicht zu den gemeinsamen Erzählfäden der Synoptischen Evangelien [www.bibel-faq.net/erzaehlfaeden – klick!] sichtbar.)
- Logionquelle Q (ca. ¼, v. a. Redestoffe)
- Sondergut SG (ca. ¼, mit legendarischem Charakter)
- das Mt-Ev zeigt die Tendenz, Q-Stoffe in Reden zu akkumulieren → fünf Reden mit Schlussformel „als er diese Rede vollendet hatte…“ – Schlussformel = Gliederungsmerkmal!
- Bergpredigt in 5-7 (Schlussformel: 7,28-29)
- Aussendungsrede in 10 (Schlussformel: 11,1)
- Gleichnisrede in 13 (Schlussformel: 13,53)
- Jüngerrede & Gemeinderegel in 18 (Schlussformel: 19,1)
- Endzeitrede in 24-25 (Schlussformel: 26,1)
- Pharisäerrede ohne Schlussformel
- doppelte inhaltliche Klammer:
Geburtsgeschichten bei Mt & Lk
| Matthäus 1-2 | Lukas 1-2 |
| Stammbaum Jesu: Abraham – David – Jesus | (Stammbaum erst in Lk 3: Jesus – Adam) |
| 1. Ankündigung der Geburt Situation der Verlobten; Vision Josefs und Reaktion |
1. Ankündigung der Geburt des Johannes; des Jesus; Maria bei Elisabeth |
| 2. Geburt Geburt vorausgesetzt; Magier bei Herodes; Magier bei dem Kind |
2. Geburt des Johannes; des Jesus (Zensus → Bethlehem; Hirten) |
| 3. Bedrohung & Bewahrung Flucht nach Ägypten; Kindermord zu Bethlehem; Rückkehr nach Galiläa |
3. Tempelszenen Darstellung im Tempel; Simeon und Hanna; Der zwölfjährige im Tempel |
| Darin: Reflexionszitate → Geschehen wird durch die Schrift interpretiert: Jes 7,14 („eine Jungfrau wird…“) Mi 5,1 („und du, Bethlehem“) Hos 11,1 („aus Ägypten…“) Jer 31,15 („Rahel weint…“) |
Darin: hymnische Texte → Meditation des Geschehens: „Ave Maria“ (Gruß des Engels bei der Ankündigung) „Magnificat“ (Lobgesang der Maria) „Benedictus“ (Lobgesang des Zacharias [Vater des Johannes]) „Gloria“ (Engelerscheinung vor den Hirten) „Nunc dimittis“ (Lobgesang des greisen Simeon) |
| Handlungsträger und Empfänger der Ankündigung = Josef | Handlungsträger und Empfänger der Ankündigung = Maria |
| Bethlehem = Heimatort Nazaret = Fluchtort Jerusalem = Ort der Gefahr |
Bethlehem = Geburtsort Nazaret = Heimatort Jerusalem = Ort des Tempels |
→ unsere „Weihnachtsgeschichte“ = Mt + Lk + AT (z.B. Ochs und Esel aus Jes 3,1)
Gebetsunterweisung bei Mt & Lk
| Matthäus 6,5-15 | Lukas 11,1-13 |
| (Kontext: Bergpredigt) | (Kontext: Weg nach Jerusalem) |
| Anweisung, richtig zu beten (Art und Weise) |
Ermutigung, überhaupt zu beten (Sinn und Chance) |
| Abschreckende Karikatur: Gebets„show“ der Heuchler | Ermutigendes Vorbild: Jesus |
| Initiative: Jesus lehrt von sich aus | Initiative: Jünger erbitten Belehrung |
| Ausführung: 6 Bitten & Schlussdoxologie | Ausführung: 5 Bitten |
| Haltung: Vergebungsbereitschaft (Mt 6,14-15) | Haltung: Vertrauen (Lk 11,5-13) |
| → für judenchristlichen Adressaten | → für heidenchristliche Adressaten |
→ zwei Gebetskatechismen vor unterschiedlichen Kontexten
Systematischer Zugang 
Christologie
Jesus wird im Evangelium dargestellt als Messias des Wortes (Reden) und der Tat (Wunder): Auf die Bergpredigt (5-7) folgen zwei Kapitel „Tatberichte“ (8-9); auf die Gleichnisrede (13) ebenso (14-15).
Jesus ist der Gottessohn, und das von Anfang an! (kein „Messiasgeheimnis“)
- physische Konsequenz: Jesus als von einer Jungfrau geborener Sohn Gottes (Mt 1,18.23.25)
- 3 Gottessohnbekenntnisse von Menschen:
- 2 Gottessohnprädikationen von Gott: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte…“
- 2 Herausforderungen des Teufels bei der Versuchung in der Wüste werden eingeleitet mit: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann…“
Jesus ist der Davidssohn, der erwartete Retter; auch das von Anfang an („Buchtitel“ in 1,1!)
- Geburt in Bethlehem gemäß Mi 5,1-3
- „Sohn Davids, erbarme dich meiner/unser!“ (Blinde in Mt 9,27; Mt 20,31; Syrophönizierin Mt 15,22)
- „Hosanna dem Sohn Davids!“ (Einzug Mt 21,9; Geschrei der Kinder im Tempel Mt 21,15)
→ „hohe Christologie“
- Jesus wird zehn Mal die Proskynese erwiesen
- Jünger sprechen Jesus nicht mit „Rabbi“, sondern mit „Herr“ an
Eschatologie und Ethik
Die Parusieverzögerung macht sich bemerkbar!
- reflektiert in Mt 25, Mt 24,36 u.a. (Naherwartung dagegen in traditionellen Sprüchen [Mt 10,23; Mt 16,28; Mt 24,34])
- Ethisierung der eschatologischen Botschaft Jesu?
- Ethik ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema bei Mt (vgl. Stellung der Bergpredigt!)
- Zentralbegriff „Gerechtigkeit“
- christliche Existenz zeichnet sich durch Tun des Gotteswillens aus (wichtig im Gericht: Mt 16,27; vgl. Mt 5,48; Mt 22,1-14)
- Jesus zeigt die richtige Erfüllung des Gotteswillens (Antithesen der Bergpredigt; Zentralgebot = Liebesgebot [Mt 22,34-40])
Am Ende des Evangeliums wird die Gegenwart auf das ausstehende Ende der Welt bezogen: Christus ist anwesend und übt seine Herrschaft durch Taufen und Lehren der Jünger aus.
| 20,18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: | → Wort des Auferstandenen |
| „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. | → Christus Pantokrator |
| 19 Darum geht hin und macht zu Jüngern alle Völker: | → universale Sendung |
| Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, | → Taufbefehl auf den dreieinigen Gott |
| und lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe. | → Lehre und Gebot |
| 20 Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. | → Christus praesens |
Letzte Aktualisierung: 7. Mai 2013, Stephan Rehm.

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