Das Evangelium nach Lukas (Zoomstufe 2)

Eckdaten (Zeit, Ort, Personen; Lk & Apg) Icon „Eckdaten“

Wer?

  • Alte Kirche (Irenäus, ca. 180): Autorenschaft aus NT erschlossen
    - „wir“-Stellen der Apg (Lukas als Augenzeuge)
    2Tim 4,11 (Lukas als Paulusbegleiter)
    Phlm 24 (Nennung)
    Kol 4,14 („Lukas, der Arzt, der Geliebte“)
  • heute: ob Lukas Paulus begleitet hat, wird angefragt, da die Theologie nicht paulinisch geprägt sei
    – bei Lukas ist die Kontroverse um das gesetzesfreie Evangelium kaum erkennbar (z. B. Apg 13,38-39: Gerechtigkeit aus Glauben)
    historische Darstellung teilweise anders akzentuiert (oder: im Widerspruch?) zu Berichten des Paulus (Gal 1-2)1
    – bei Lukas: programmatischer Apostelbegriff nur für den Zwölferkreis (Apg 1,21-22; dagegen: Act 14,4.14) → bei Paulus: Apostelbegriff ist Teil seines Selbstverständnisses!
    Name (von lat. Lucianus) könnte trotzdem historisch sein
  • Heiden- oder Judenchrist?
    eher Heidenchrist, kennt aber AT und judenchristliche Traditionen

Wem? Wann? Wo?

  • Adressat: Theophilus („Freund Gottes“; Lk 1,1-4; Apg 1,1)
  • Entstehungszeit
    – Lk nach 70 (Lk 21,20-24!) → 80-90
    – Apg kurz danach
  • Entstehungsort: Rom?

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Ziel (Lk & Apg) Icon „Ursache“

Lukasevangelium: Einen geordneten, zuverlässigen Bericht über Jesus (Lk 1,1-4) will Lukas verfassen.

  • nach innen: Darstellung der Christen als Erben der Verheißung zwecks Stabilisierung des kirchlichen Selbstverständnisses
  • nach außen: politische Apologetik (Christen sind ethisch vorbildlich, loyal, politisch harmlos)

Apostelgeschichte: „Kirchengeschichte“, Legitimation des Gottesvolkes aus Juden und Heiden

  • nach innen: Aufweis der Kontinuität (Jesus → Apostel → Paulus → Kirche [Apg 1,8]) zwecks Stabilisierung der Tradition
  • nach außen: Werbung, politische Apologetik

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Linearer Zugang (Lk) Icon „Chronologie/Aufbau“

Charakteristisches zum Lk-Aufbau

Lukas folgt weitestgehend der Markusvorlage, schaltet aber an zwei Stellen längere Passagen aus Q-Stoffen und lukanischem Sondergut ein und kürzt an einer Stelle eine ganze Reihe von Markus-Stoffen. Welche Stoffe des Lukasevangeliums aus Mk entlehnt sind, ist in der Übersicht zu den gemeinsamen Erzählfäden der Synoptischen Evangelien [www.bibel-faq.net/erzaehlfaeden – klick!] sichtbar.

  • Lukas übernimmt aus Mk 3,7-19 das Heilungssummarium und die Jüngerliste (Lk 6,12-19) und fährt erst wieder in 8,4-8 (Gleichnis vom Sämann) mit Markusvorlagen (Mk 4,1-9) fort.2 Daher nennt man die Passage Lk 6,20 – 8,3 »Kleine Einschaltung«: + Lk 6,20 – 8,3
  • Lukas übernimmt aus Mk 6,30-44 die Perikope von der Speisung der 5000 (Lk 9,10-17) und fährt gleich in 9,18-21 (Petrusbekenntnis) mit der Markusvorlage aus Mk 8,27-30 fort. Dass Lukas also Mk 6,45 – 8,26 auslässt, nennt man »Lukanische Auslassung«: - Mk 6,45 – 8,26
  • Lukas übernimmt aus Mk 9,38-40 die Perikope vom fremden Wundertäter (Lk 9,49-50)
    und fährt erst wieder in 18,15-17 (Segnung der Kinder) mit Markusvorlagen (Mk 10,13-16) fort.3 Daher nennt man die Passage Lk 9,51 – 18,14 »Große Einschaltung«: + Lk 9,51 – 18,14

Aufnahme des Mk-Erzählfadens durch Lk (© Claudia Tost, Leipzig)

Aufnahme des Mk-Erzählfadens durch Lk (© Claudia Tost, Leipzig)

Die folgende Tabelle ist wie das Lukasevangelium selbst recht umfangreich. Für eine bibelkundliche Erstorientierung genügt es, die kleingedruckten Perikopen nur auszugsweise als illustrierendes Beispiel für die jeweilige Überschrift zu kennen.

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Lk 1-4: Ursprung

  1,1-4 Vorwort: sorgfältiger Bericht für Theophilus
1 – 2

Geburtsgeschichten (1,5 – 2,59)

1 Ankündigung der Geburt des Johannes und Jesu (jeweils durch den Engel Gabriel), Besuch Marias bei Elisabeth, Geburt Johannes des Täufers (alles Sondergut)
  1,46-55 »Magnificat« der Maria
  1,68-79 »Benedictus« des Zacharias
2 Geburt Jesu & Besuch der Hirten, Kindheitsgeschichten (alles Sondergut)
  2,28-32 »Nunc dimittis« des Simeon
  2,41-51 Der 12jährige Jesus im Tempel
3,1-20

Bericht über Johannes den Täufer (3,1-20)

  3,7-9 »Umkehrpredigt«
  3,10-14 »Ständepredigt« (Sondergut)
3 – 4

Initiation Jesu (3,21 – 4,13)

3,21-38 Jesu Taufe – Stammbaum (bis Adam, „der war Gottes“)
4,1-13 Versuchung durch den »Diabolos« → Satan weicht von Jesus

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Lk 4-21: Wirksamkeit

     
4 – 7

Einzelereignisse mit Brisanz (4,14 – 7,10)

4,14-44 Antrittspredigt in Nazareth, Heilungen & Predigt in Kapernaum und ganz Galiläa
5,1-11 wunderhafter Fischzug des Petrus (Sondergut) → Berufungen
5,12-16 Heilung eines Aussätzigen (= öffentlicher Messiasanspruch)
5,17-26 Sündenvergebung & Heilung eines Gelähmten (während Jesus von der religiösen Elite dahingehend beobachtet wird, ob sein messianischer Anspruch bedeutsam sei)Befragung Jesu über mehrere Wochen
5,27 – 6,11 weitere Auseinandersetzungen (parallel: Mk 2,13 – 3,6)
  5,27-39 Berufung des Levi & Zöllnermahl; Fastenfrage
  6,1-11 Ährenraufen am Sabbat; Heilung am Sabbat
6,12 – 7,10 Bericht über einen Tag
  6,12-17 Berufung der 12 („die er auch Apostel nannte“)
  6,20-49 Feldrede
  7,1-10 Heilung des Knechts eines heidnischen Hauptmanns
7 – 11

thematisch orientierter Bericht des Wirkens Jesu in Galiläa (7,11 – 11,13)

7,11-50 Hauptthema »Identität«
  7,11-17 Auferweckung des Sohnes einer Witwe in Nain („Der Jüngling von Nain“, Sondergut) → Jesus – ein Prophet?
  7,18-35 Anfrage Johannes des Täufers zur Identität Jesu → Jesus belehrt das Volk über die Identität des Täufers
  7,36-50 Salbung Jesu durch eine Sünderin während eines Symposions → Jesus – ein Prophet?
8,1-3 Summarium: Reichsgottesverkündigung in Städten und Dörfern mit den 12 & einigen Frauen (Sondergut)
8,4-21 »Seminartag« zum Leitwort »Hören«
  8,4-8 Gleichnis vom vierfachen Acker → „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“
  8,9-15 Deutung des Gleichnisses → Volksmassen hören und verstehen nicht
  8,16-21 Anfeindung Jesu durch seine Verwandten → wahre Verwandte hören und tun Gottes Wort
8,22-56 »Erlebnistag« anhand von Machterweisen
  8,22-25 Sturmstillung
  8,26-39 Exorzismus bei dem schreiendem Höhlenmenschen in der Landschaft der Gerasener
  8,40-56 Heilung der Tochter des Jairus und der Blutflüssigen Frau
9,1 – 10,24 Hauptthema »Jesus und die Jünger«
  9,1-16 (Freude) Aussendung & Rückkehr der 12; Speisung der 5000
  9,17-45
(Ernüchterung)
Petrusbekenntnis → Schweigegebot & 1. Leidensankündigung; Verklärung mit himmlischer Stimme; Exorzismus bei einem fallsüchtigen Knaben;
2. Leidensankündigung
  9,46-62
(Versagen)
überhebliche Gedanken unter den Jüngern; Konflikt zwischen den Samaritanern und Jakobus & Johannes → Jesus schimpft (Sondergut; 9,51: Beginn des Weges); Nachfolgegespräche: keine Herberge, keine Bestattungspflicht, kein Zögern
  10,1-24 (Freude) Aussendung & Rückkehr der 70 – Jubel Jesu & Seligpreisung der Jünger
10,25 – 11,13 Jesus als Lehrer
  10,25-37 Anfrage eines Gesetzeslehrers, welches Tun ewiges Leben erbt, und wer der Nächste sei → Beispielgeschichte vom Barmherzigen Samariter (Sondergut)
  10,38-42 Aufnahme Jesu durch Maria & Martha –> Jesus tadelt die Sorge Marthas und lobt das Hören Marias (Sondergut)
  11,1-13 Unser-Vater-Gebet – Parabel vom unverschämten Freund (Sondergut) → alle Bittenden erhalten den Heiligen Geist
11

Steigerung der Konflikte (11,14-54)

11,14-16 Anlass: Exorzismus bei einem Stummen (!)
  11,15.17-26 Reaktion I: Jesus im Bund mit teuflischen Mächten → Streitrede I
  11,16.29-36 Reaktion II: Zeichenforderung → Streitrede II
11,37-54 Pharisäergastmahl (Wehereden gegen Pharisäer & Schriftgelehrte → Verhöre gegen Jesus [summarisch])
12 – 19

thematisch orientierter Bericht der Ereignisse auf der Reise (12,1 – 19,27)

12 – 13 Jüngerschaft und Volk in der Perspektive des Gerichts
  12,1-53 Parabel vom Reichen Kornbauern → nach Reichtum im Blick auf Gott streben; Jüngerbelehrung anlässlich des Themas »Reichtum« (Abschnitt enthält Sondergut)
  12,54 – 13,35 Untergang der Galiläer (Sondergut); Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum → Unfruchtbares wird abgehauen; Sabbatheilung der verkrümmten Frau (Sondergut); Gottesreichsgleichnisse; Selbstreflexion Jesu & Klage über die Unwilligkeit Jerusalems
14,1 – 17,19 Thema »Niedrigkeit« (Gegensatz: Pharisäer)
  14 Sabbatheilung des Wassersüchtigen (Sondergut) & Pharisäergastmahl
  15 Gleichnisse über das Verlorene (Schaf, Drachme, Sohn [Drachme & Sohn = Sondergut])
  16 Parabeln über Armut & Reichtum (Parabel vom gerissenen Verwalter [Sondergut], Logion von Gesetz & Evangelium, Parabel vom reichen Mann und dem armen Lazarus [Sondergut])
  17,1-19 Logien (Verführung, Vergebung, Glaube); Gleichnis vom Sklaven nach Feierabend (Sondergut); Heilung von 10 Aussätzigen → nur einer (ein Samariter) dankt (Sondergut)
17,20 – 19,27 Thema »Reich Gottes«
  17,20-37 Kleine Endzeitrede („Wann kommt das Reich Gottes?“)
  18 Gleichnis vom ungerechten Richter (Sondergut); Gleichnis vom Pharisäer & Zöllner (Sondergut); Kommt ein Reicher in den Himmel?; 3. Leidensankündigung
  19,1-27 Einkehr beim Zöllner Zachäus in Jericho (Sondergut); Gleichnis vom anvertrauten und zu vermehrenden Geld
19 – 21

brisante Ereignisse um Jesus in Jerusalem (19,28 – 21,38)

19,28-48 Einzug in Jerusalem → Jesus weint über die kommende Bedrängnis Jerusalem (Sondergut)
  19,45-48 Tempelreinigung
20 Disputationen (weitgehend parallel: Mk 11,27 – 12,37) → Warnung vor Schriftgelehrten
21 Große Endzeitrede (Tempelzerstörung, Drangsale, Wiederkunft des Menschensohnes, Gleichnis vom Feigenbaum, Mahnung zum Wachen & Beten)

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Lk 22-24: Vollendung

     
22 – 23

Passion & Tod Jesu (22 – 23)

22 (weitgehend parallel zu Mk 14)
  22,21-38 ausgedehnte Jüngergespräche, z. B. variierte Aussendung (Sondergut)
23 (weitgehend parallel zu Mk 15)
  23,6-16 Jesus vor Herodes (Sondergut)
  23,39-43 die neben Jesus gekreuzigten Übeltäter (Sondergut)
24

am Auferstehungstag (24,1-53)

24,1-12 Nachfolgerinnen Jesu aus Galiläa werden von Engeln über die Auferstehung belehrt
24,13-35 Die Emmausjünger (Sondergut)
24,36-49 Jesus am Abend in Jerusalem bei den Jüngern (Sondergut)
24,50-53 Segen über den Jüngern & Hinwegnahme Jesu (Sondergut)

Inhaltlich orientierte Grobgliederung (eine alternative Zoomstufe 1)

Aus der detaillierten Zoomstufe-2-Tabelle ergibt sich eine zur geographisch orientierten Grobgliederung alternative inhaltlich orientierte Grobgliederung.

  • Es fällt besonders die thematische Kompositionstechnik (»thematische Nester«) in Galiläa (IV) und auf der Reise (VI) auf (hellblau).
  • Auch brisanten Einzelereignisse in den Blöcken III und VII (rosarot) entsprechen sich hinsichtlich des einschneidenden Charakters der jeweils geschehenden Dinge.
  • Trotz dieser beiden Entsprechungen ist das Evangelium nach Lukas keine Ringkomposition; die Teile II, V und VIII reihen sich ein in das dramaturgische Schema der synoptischen Evangelien.
  • 0a und 0b sind gewissermaßen ausgegliedert, weil beides nicht direkt die Jesushandlung darstellt.
          0a 1,1-4: Vorwort
  Ia 1,5 – 2,38: Geburt
Ib 2,39-52: Kindheit
  0b 3,1-20: Bericht über Johannes den Täufer
    II 3,21 – 4,13: Initiation und erstes Wirken
    III 4,14 – 7,10: Einzelereignisse mit Brisanz
    IV 7,11 – 11,13: thematisch orientierter Bericht des Wirkens Jesu in Galiläa
    V 11,14-54: Steigerung der Konflikte
  VI 12,1 – 19,27: thematisch orientierter Bericht der Ereignisse auf der Reise
  VII 19,28 – 21,38: Einzelereignisse mit Brisanz in Jerusalem
  VIII 22,1 – 23,56 Passion
  IXa 24,1-49 Am Auferstehungstag
IXb 24,50-53 Himmelfahrt

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Thematischer Zugang (Lk & Apg) Icon „Sache/Gegenstand“

Heilsgeschichte in der Weltgeschichte oder: Lukanisches Zeitmanagement

1. Die Geschichte Jesu und der Gemeinde ist Teil der Weltgeschichte. → Lukas ordnet die Geschichte Jesu und der Gemeinde historisch ein:

  • Lk 1,5: „Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa…“
  • Lk 2,1-2: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.“
  • Lk 3,1-2: „Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes Landesfürst von Galiläa und sein Bruder Philippus Landesfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Landesfürst von Abilene, als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort Gottes zu Johannes…“
  • Lk 3,23: „Und Jesus war, als er auftrat, etwa dreißig Jahre alt und wurde gehalten für einen Sohn Josefs…“ → Genealogie

2. Die universale Heilsgeschichte besteht aus verschiedenen Zeitabschnitten. (verschiedene Modelle!)

  • Zeit des Gesetzes und der Propheten
    Übergang: Johannes der Täufer (Lk 16,16)
  • Zeit Jesu („Mitte der Zeit“, satansfreie Zeit [Lk 4,13; Lk 22,3])
    Übergang: Unterweisung des Auferstandenen
  • Zeit der Kirche

Alternativ lässt sich die Zeit Jesu und die Zeit der Kirche als die Zeit des Geistes zusammenfassen.

  • Der Geist als die motivierende Kraft Jesu:
    • Maria wird schwanger aus der Kraft des Höchsten (Lk 1,35).
    • Taufe Jesu = Begabung mit dem Heiligen Geist (Lk 3,22).
    • Antrittspredigt: Der Geist des Herrn liegt auf Jesus (Lk 4,16-21).
    • Wort Jesu am Kreuz: „In deine Hände befehle ich meinen Geist.“ (Lk 23,46).
  • Der Geist als motivierende Kraft der Christen:
    • „… denn der heilige Geist wird euch in dieser Stunde lehren, was ihr sagen sollt“ (Lk 12,12).
    • Kraft des Geistes als Verheißung an die urchristliche Gemeinde: Gottes Geist wirkt in der Gemeinde (Lk 24,49; Apg 1,8).

Folgerungen:

  • Unterschied: Jesus ist nicht das Ende der Zeit (Naherwartung der ersten Christen, Mk, Mt)
  • „Zeit“ als positiv (!) gewürdigter Gegenstand theologischen Nachdenkens
    • Problem der Parusieverzögerung → Naherwartung nicht aufgegeben, aber Parusietermin nicht berechenbar!
  • Gott handelt in der Geschichte
    • Jesusgeschehen als Erfüllung göttlicher Ankündigungen (Lk 2,25-38; Lk 24,45-47)
    • Gottes Handeln wird vermittelt durch den „Geist“
      – Jesus ist Geistträger (Lk 3,22)
      – Ankündigung der Sendung des Geistes (Lk 24,49)
      – Geist handelt in Missions- und Kirchengeschichte (Apg)

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Strukturiertheit von Bergpredigt (Mt) & Feldrede (Lk)

Mt 5-7 Lk 6
- Einleitung - Einleitung
- 9 Seligpreisungen (geistige Not) - 4 Seligpreisungen (materielle Not)
[- keine Weherufe] - 4 Weherufe
- Feindesliebe (6. Antithese) - Feindesliebe (nicht antithetisch)
Vollkommenheit Barmherzigkeit
- nicht richten - Goldene Regel
- Goldene Regel - nicht richten
- Baum & Früchte / Hausbau-Gleichnis - Baum & Früchte / Hausbau-Gleichnis

Fazit: Offensichtlich haben Bergpredigt und Feldrede ein gemeinsames Grundgerüst.

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Systematischer Zugang Icon „Systematik“

Ekklesiologie: Das neue Israel aus Heiden und Juden …

… ist Erbe der Verheißung

  • Repräsentanten Israels begrüßen Jesus als Heilsbringer (z. B. Simeon, Hanna)
  • Jesus handelt für Juden (von denen sich viele verschließen!) und Heiden (z. B. Hauptmann von Kapernaum) → Die Heiden werden als neues Gottesvolk gewürdigt.

… wird aufgerufen zu solidarischer Lebensgemeinschaft

  • Gottes Zuwendung zum Verlorenen (Gleichnisse vom Verlorenen; Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner) entspricht Jesu Zuwendung zu verachteten Bevölkerungsgruppen (Vorbild!). Beachte besonders die Sondergutstexte zu bestimmten Randgruppen:
    Zöllner & Sünder (Levi & Zöllnergastmahl [Lk 5,27-32], Sünderin salbt Jesus [Lk 7,36-50], Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner [Lk 18,9-14], Zachäus [Lk 19,1-10], der reuige Verbrecher am Kreuz [Lk 23,39-43]) → Vorwurf an Jesus! (Lk 7,34; Lk 5,30)
    Samaritaner (Jesus zieht durch Samaria [Lk 9,52]; heilt samaritische Aussätzige [Lk 17,11-19]; barmherziger Samariter [Lk 10,25-37])
    Frauen (Mutter des Jünglings zu Nain [Lk 7,11-17], Salbung durch eine Sünderin [Lk 7,36-50], Jüngerinnen Jesu [Lk 8,1-3], Maria und Martha [Lk 10,38-42], Seligpreisung der Mutter Jesu [Lk 11,27-28], Heilung einer verkrümmten Frau am Sabbat [Lk 13,10-17], Gleichnis von der bittenden Witwe [Lk 18,1-8])
    – Wohltätigkeit an Armen; Reichtum kann gefährlich sein! (Magnifikat [Lk 1,52-53], ärmliche Geburtsverhältnisse Jesu & Zeugenschaft der Hirten [Lk 2], Ständepredigt [Lk 3,10-11], Seligpreisung über Arme – Weherufe über Reiche [Lk 6,20-26], Gleichnis vom reichen Kornbauern als Warnung vor Habgier [Lk 12,13-21], Empfehlung, Arme als Gäste zum Festmahl auszuwählen [Lk 14,12-14], Entsagen des Besitzes als Nachfolgebedingung [Lk 14,33]; Parabel vom unehrlichen Hausverwalter [Lk 16,1-9], Armer Lazarus [Lk 16,19-31], Reiche kommen schwer in den Himmel [Lk 18,25])

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Letzte Aktualisierung: 6. Mai 2013, Stephan Rehm.

  1. Das betrifft die Anzahl der Jerusalemreisen, die petrinische Heidenmission, Apostelkonvent und Aposteldekret.
  2. Was Markus in Mk 3,20-35 bietet (Beelzebulvorwurf und Anfeindung Jesu durch die eigene Familie), verarbeitet Lukas an anderer Stelle.
  3. Die Logien, die Markus in 9,41-50 bietet, verarbeitet Lukas an anderer Stelle; Mk 10,1-12 lässt er ganz aus.

9 Antworten auf Das Evangelium nach Lukas (Zoomstufe 2)

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