Die Apostelgeschichte des Lukas (Zoomstufe 2)

Was einleitende Informationen (Wer?, Wer?, Wann?, Wo?, Wozu?) zur Apostelgeschichte betrifft, beachten Sie bitte die Zoomstufe 2 zum Evangelium nach Lukas!

Umstände Icon „Umstände“

Auf welche Quellen greift Lukas für die Apostelgeschichte zurück?

  • mündliche Traditionen aus christlichen Gemeinden im Mittelmeerraum (vermittelt über Reisende? durch eigene Reisen?)
  • Verarbeitung von bereits vorliegenden Texten:
    • „Wir“-Texte von einem Augenzeugen?
    • „Itinerar“ mit Reisestationen?
    • „Schiffahrtsbericht“ als Grundlage für 27-28

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Linearer Zugang / Aufbau Icon „Chronologie/Aufbau“

Charakteristisches zum Aufbau

Ganz grob wird die Apostelgeschichte in die „Zeit der Urkirche“ (1 – 12) und die „Missionstätigkeit des Paulus“ (13 – 28) gegliedert.

Lukas erzählt mit sehr unterschiedlicher Gewichtung der Ereignisse:

  • Teilweise werden sehr große Reisebewegungen in wenigen Versen erzählt (z. B. 20,1-3: dreimonatige Kollektenreise des Paulus durch Mazedonien und Griechenland),
  • andererseits nutzt Lukas szenischen Stillstand, um in Reden der Protagonisten theologische Positionen und Deutungen vorzutragen (z. B. 7,2-53: Verteidigungsrede des Stephanus).

Die im Folgenden vorgelegte Feingliederung berücksichtigt vor allem den szenischen Ablauf der Apostelgeschichte. Damit die redenhaft ausgestalteten Ereignisse (z. B. die Synagogenpredigt in Antiochia in Pisidien) hinsichtlich ihres mengenmäßigen Gewichts besser sichtbar werden, notiere ich in Klammern dahinter, dass es sich um eine Rede handelt und wie umfangreich die Rede in Versen ist, z. B. so: Synagogenpredigt (Rede, 26 V.). Da die Apostelgeschichte insgesamt 1006 Verse umfasst, ist die Verszahl gleichzeitig eine ungefähre Promilleangabe zum Gewicht der Rede im Vergleich zur gesamten Apostelgeschichte.

  1,1-14 Anknüpfung an das Evangelium (zweite Himmelfahrtserzählung; Jüngerliste [+ Frauen, + Familie Jesu])

1,15 – 5: Die Urgemeinde

1 Nachwahl des zwölften Apostels Matthias (mit Petrusrede, 7 V.)
2
  • Geistsendung (Feuerzungen, Sprachenwunder) zu Pfingsten
  • Pfingstpredigt“ des Petrus (Rede, 23 V.) → 3000 Menschen lassen sich taufen
  • Gemeindesummarium: Gemeinschaftsleben der Jerusalemer Urgemeinde (2,42-47): „Sie hatten Gunst beim ganzen Volk!“
3 – 4 Heilung eines 42jährigen Gelähmten durch Petrus – Predigt im Tempel (Rede, 15 V.) → Petrus & Johannes geben Zeugnis vor dem Hohen Rat (Rede, 5 V.„Es ist uns unmöglich, von dem, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden“ [4,20] → Hoher Rat ratlos) → einmütiges Gebet der Gemeinde
4 – 5

Gemeindesummarium: Gütergemeinschaft der Jerusalemer Urgemeinde (4,32-35): „Es war keiner bedürftig unter ihnen.“

  • Positivbeispiel: Barnabas, der zyprische Levit
  • Negativbeispiel: Hananias und Saphira (→ fallen wegen Täuschung des Heiligen Geistes tot um)
5 Gemeindesummarium: Wundertaten (Heilungen & Exorzismen) der Apostel (5,12-16) → Gefangennahme durch den Hohepriester & Befreiung durch einen Engel → Apostel geben Zeugnis vor dem Hohen Rat (Rat des Gamaliel [Rede, 5 V.] → Prügelstrafe & Freilassung)tägliche Mission (5,42)

6 – 12: Grenzüberschreitende Mission

6 – 7 Stephanus in Jerusalem
  6 Murren der hellenistischen Judenchristen (deren Witwen wurden bei der Versorgung übersehen) → Wahl der 7 hellenistischen „Armenpfleger“ / Diakone
Intrige gegen Stephanus – Prozess vor dem Hohen Rat – d
  7 Rede des Stephanus (52 V.)Martyrium (in Gegenwart des Paulus)
  8,1-4 Verfolgung der Gemeinde (u. a. durch Paulus)Flucht & Mission gegenüber Juden (8,4; 11,19)
8 Philippus in Samarien
  8 Bekehrung des Zauberers Simon durch Philippus – Widerstand gegen die Bestechungsversuche Simons durch Petrus & Johannes
Philippus tauft den Kämmerer der Kandake von Äthiopien
9 Bekehrung des Paulus
  9 Vision vor DamaskusHananias heilt den erblindeten Paulus – Predigttätigkeit des Paulus → Flucht vor den Juden nach Jerusalem
9 – 11 Geschichten um Petrus
  9 Petrus heilt in Lydda den gelähmten Äneas und weckt in Joppe die wohltätige Tabita vom Tod auf
  10 Taufe des römischen Hauptmanns (!) Kornelius in Cäsarea, nachdem der Heilige Geist während der Predigt des Petrus (Rede, 10 V.) auf die heidnischen Zuhörerer gekommen war (Petrus: „Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, daß diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben wie auch wir?“ [47])
  11 Petrus überzeugt die Judenchristen der Jerusalemer Urgemeinde von der Heidenmission (Rede, 13 V.)
11 Begebenheiten in Antiochia
  11 Gott segnet die Mission jüdischer Hellenisten an nichtjüdischen Hellenisten
Barnabas holt Paulus nach Antiochia → in Antiochia werden die Jesusnachfolger zuerst „Christen“ genannt (11,26)
Ansage einer Hungersnot durch Agabus → Hilfslieferungen nach Jerusalem
12 Verfolgung der Jerusalemer Urgemeinde durch Agrippa I.
  12 Martyrium des Apostels Jakobus (Sohn von Zebedäus, Bruder des Johannes)
Gefangenschaft & Befreiung des Petrus durch einen Engel
Tod von Agrippa I. als Strafe Gottes

13 – 14: Die erste Missionsreise des Paulus

(mit Barnabas; Ausgangspunkt: Antiochia in Syrien)
13 Zypern: Zauberer Barjesus/Elymas will Statthalter vom Glauben abhalten → wird vorübergehend blind
Antiochia in Pisidien: Synagogenpredigt (Rede, 26 V.) → auch Heiden bekehren sich → Juden vertreiben Paulus und Barnabas
14 Ikonion: Synagogenpredigt → auch Heiden bekehren sich → Juden wollen Paulus und Barnabas steinigen, Flucht
Lystra: Paulus heilt einen Gelähmten → Volk hält Barnabas und Paulus für Götter – Verteidigungsrede des Paulus (3 V.) → Juden veranlassen Steinigung des Paulus
Einsetzung von Ältesten in den neu gegründeten Gemeinden – Rückkehr nach Antiochia in Syrien

15,1-35: Apostelkonvent

15 Streitpunkt: Müssen sich Nichtjuden beschneiden lassen und die Mose-Tora halten, um getauft werden zu können?
Petrusrede: Gott gibt den Geist auch den Heiden (5 V.)
Paulus und Barnabas erzählen von der Heidenmission
Jakobusrede: Schriftbeweis mit Am 9,11-12 (Gott richtet die zerfallene Hütte Davids so wieder auf, dass alle Heiden, „über die mein Name genannt ist“, dazugehören; 9 V.)
Aposteldekret“ (15,23-29): Enthaltung von Götzenopfer, Blut, Ersticktem, Unzucht

15,36 – 18,22: Zweite Missionsreise des Paulus

(mit Silas/Silvanus und Timotheus)
16 Lystra: Paulus beschneidet Timotheus (jüd. Mutter, griech. Vater) → Timotheus wird Paulusbegleiter
Philippi: Purpurhändlerin Lydia – Magd mit Wahrsagegeist – Gefangennahme und Befreiungswunder
17 Thessalonich: Synagogenpredigt → auch Gottesfürchtige bekehren sich → Aufruhr, Juden zerren Jason vor Stadtobere
Beröa
: Synagogenpredigt → auch vornehme Heiden bekehren sich → Juden von Thessalonich stiften Unruhe
Athen
: Philosophen wollen „neue Lehre“ hören → Areopagrede des Paulus (10 V.)
18 Korinth (1,5jähriger Aufenthalt): Paulus begegnet Prisc(ill)a & Aquila – Juden führen Paulus vor Statthalter Gallio
Rückkehr über Ephesus und Jerusalem nach Antiochia in Syrien

18,23 – 21,16: Dritte Missionsreise des Paulus

(mit wechselnden Begleitern)
19 Ephesus (2,5jähriger Aufenthalt): Apollos Johannestaufe → Paulus Geisttaufe – Wundertaten – Aufstand des Demetrius
20 Kollektenreise“ nach Europa
Rückreise über Philippi (Passa), Troas (Auferweckung des Eutychus), Milet (Abschiedsrede an die Ältesten von Ephesus,Miletrede, 18 V.)
21 Rückreise nach Jerusalem (Agabus weissagt Paulus seine Gefangennahme)

21,17 – 28: Gefangennahme und Prozess des Paulus

21 Jerusalem: Verhaftung
22 Verteidigungsrede (in hebräischer Sprache, 21 V.)
- Paulus vor dem römischen Oberst
23 Eklat beim Verhör vor dem Hohen Rat – Mordkomplott gegen Paulus - Überführung nach Cäsarea
24 Cäsarea (2jährigeHaft): Vorführung vor Statthalter Antonius Felix (Anklagerede des Tertullus, 7 V.; Verteidigungsrede des Paulus, 12 V.)Verschleppung des Prozesses
25 Absprachen der Juden mit dem neuen Statthalter Porcius Festus – Paulus beruft sich auf den Kaiser – Festus trägt die Sache König Agrippa II. vor (2 Reden, 8 bzw. 4 V.)
26 Rede des Paulus vor Agrippa II. und Festus (28 V.)
27 – 28 Reise nach Rom: Paulus ermutigt die Reisenden angesichts des Schiffbruchs – Wunder auf Malta
28 Paulus in Rom (mindestens 2jähriger Aufenthalt in eigener Wohnung): Predigt (Rede, 4 V.) vor den Juden
ungehindertes, freimütiges Wirken

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Eine lückenlose, feinere tabellarische Auflistung der Perikopen in der Apostelgeschichte findet sich in diesem (klick!) pdf-Ausdruck. Neben den vollständigen Versangaben sind überall dort Abschnitte verzeichnet, wo ein Bruch der Zeit-Ort-Personen-Kontinuität vorliegt. Der Inhalt der Reden der Apostelgeschichte wird, sofern die Reden nicht zu kurz sind, in Unterabschnitten näher beschrieben.

Thematischer Zugang Icon „Sache/Gegenstand“

Die Urgemeinde

Aspekte der Urgemeinde (überarbeitete Folie von Claudia Tost, Leipzig)

Aspekte der Urgemeinde (Vorlage: Claudia Tost, Leipzig)

  • Die Jerusalemer Urgemeinde wird idealisiert dargestellt.
  • Die Apostel (vor allem Petrus) treten in die Fußstapfen Jesu: Durch sie wirkt der Heilige Geist Krafttaten; die angesichts der Kreuzigung noch geflohen waren, reden jetzt freimütig.
  • Die missionarische Verkündigung stellt Lukas in Form von Reden dar: Die Apostel erzählen Jesu Geschichte und deuten sie anhand von Schriftbezügen so, dass Jesus als Messias/Christus erscheint.
    – Die Reden können (z. B. hinsichtlich ihres Aufbaus) einen historischen Anhalt haben, müssen aber nicht historisch sein.
    – Lukas als antiker Historiograph setzt die Reden als Kunstmittel ein, um den nüchternen Bericht zu beleben.

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Die Ausbreitung des Christentums und die Entwicklung der Heidenmission

Ausbreitung des Christentums als Gliederungsprinzip (Idee zur Grafik: Claudia Tost, Leipzig).

Ausbreitung des Christentums als Gliederungsprinzip (Vorlage: Claudia Tost, Leipzig).

  • Pfingstereignis: Heiliger Geist befähigt, in verschiedenen Sprachen zu predigen (2,4)
    • Pfingstpredigt des Petrus vor (Diaspora-)Juden und Proselyten (zum Judentum konvertierte Heiden) → 3000 Gläubige (2,41)
    • soziales Gemeindeleben, Heilungen & Predigten → Gemeinde wächst auf 5000 Gläubige (Männer) an (4,4)
    • Gebet um freimütige Predigt angesichts von Verfolgungen (4,24-30) → Pfingstereignis für alle (4,31) → freimütige Predigt
  • Stephanus erscheint als Symbol für die Ausbreitung des Evangeliums auch auf die griechischsprachigen (Diaspora-)Juden („Hellenisten“).
  • Philippus erscheint als Symbol für die Ausbreitung des Evangeliums auch auf die Samaritaner,
    • eigenes Pfingstereignis (8,17; Reihenfolge: wer mit Wasser getauft ist, soll auch den Geist durch die Jerusalemer empfangen).
  • Paulus wird durch eine Vision bekehrt und in der Gemeinde von Damaskus berufen.
  • Gott offenbart Petrus durch eine Vision und durch die Erlebnisse bei Kornelius, dass er das Evangelium und den Heiligen Geist auch Nichtjuden gibt: „Gott sieht die Person nicht an“ (10,34)
    • Pfingstereignis unter den Heiden (10,44-48; Reihenfolge: wer mit dem Geist getauft ist, dem darf man das Wasser nicht verwehren).
  • Barnabas erscheint als Symbol für die erfolgreiche Ausbreitung des Evangeliums auch auf die Nichtjuden im weit von Jerusalem entfernten Antiochia.
    • Indem in Antiochia die (nichtjüdischen und jüdischen) Nachfolger als „Christen“ bezeichnet werden (Apg 11,26), entsteht die Frage des Verhältnisses dieser „Christen“ zum Judentum.
  • Paulus erscheint ab Apg 13 als Symbol für die programmatische Heidenmission (Beginn der Missionspredigt aber prinzipiell in den Synagogen; erst die Verstockung der Juden ist Grund für die Hinwendung zu den Heiden; 13,46).
  • In Apg 15 (Apostelkonvent) vertritt Petrus die Heidenmission ohne Beschneidung, und Jakobus klagt die Bestimmungen des Aposteldekrets ein (s.u.).
  • Ab Apg 18,6 bewusste Hinwendung des Paulus zu den Heiden und Mission prinzipiell mit Unterstützung von Heiden.
  • mehrdeutiges Ende in 28,23-28: Paulus wendet Jes 6,9-10 (Verstockungsaussage) auf die Juden an. Angesichts der Prophezeiung, die Heiden werden (im Gegensatz zu den Juden) das Evangelium hören, gehen jesusgläubige und skeptische Juden gemeinsam weg.

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Die Missionstätigkeit des Paulus

  • Die paulinische Mission läuft in den jeweiligen Städten nach einem gewissen Schema ab:
    – Synagogenpredigt
    – Juden bekehren sich
    – auch gottesfürchtige, unbeschnittene Nichtjuden bekehren sich
    – Aufruhr (initiiert durch Juden)
    – Ortswechsel.
  • Die Reden des Paulus haben die Funktion, die jeweilige Situation gedanklich in das Gesamtwerk zu integrieren. Lukas interpretiert in seinem Gesamtwerk den um 80-90 gegebenen historischen Befund, dass die Kirche mehrheitlich heidenchristlich geworden ist. Er begleitet Paulus auf seinem Missionsweg und nutzt die Reden, um
    die Persönlichkeit des Paulus zu charakterisieren (z. B. 13: als Schriftgelehrter, 17: als Heidenmissionar, 22: als Jude).
    die jeweilige Situation vom Gesamtwerk her zu beleuchten. Die Rede kann Einsicht in die übergeschichtliche Bedeutung des Augenblicks vermitteln, die ein Mensch der Situation noch nicht haben kann.
  • Am Ende kann Apg 1,8 als erfüllt gelten: Das Evangelium für Juden und Heiden wurde bis in die Hauptstadt der damaligen Welt getragen. Aus der Predigt vor den römischen Juden hallt nach, dass einerseits die Juden verstockt sind, und dass andererseits die Heiden dankbare Adressaten des Evangeliums sein werden.

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Das Apostelkonvent / Apostelkonzil (Apg 15, Gal 2)

Diesen Abschnitt erreichst du auch unter www.bibel-faq.net/apostelkonvent oder www.bibel-faq.net/apostelkonzil!

Beim Apostelkonvent legitimieren Gottes Geist und die Schrift das Heidenchristentum.

  • Petrus vertritt die Heidenmission ohne Beschneidung, und Jakobus klagt die Bestimmungen des Aposteldekrets ein (15,20.27-28; 21,25): Gefordert wird die Enthaltung von…
    • Götzenopfer (kein Fleisch essen, das von Götzenopfertieren stammt)
    • Unzucht (Verwandtenehe, Prostitution)
    • Ersticktem (kein ungeschächtetes Fleisch essen)
    • Blut (da im Blut das Leben ist)
  • Die traditionelle Basis für diese Gebote sind die Gesetze in Lev 17-20 sowie der noachitische Bund (frühester Verbot von Blutgenuss in Gen 9,4).

Paulus stellt in Gal 2,1-10 die Ereignisse anders dar, bzw. akzentuiert anders:

Unterschiedliche Darstellungen des Apostelkonvents (Claudia Tost, Leipzig)

Unterschiedliche Darstellungen des Apostelkonvents (Vorlage: Claudia Tost, Leipzig)

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Soziologisch relevante Gruppen und Personenkreise in der Apostelgeschichte

  • Palästinische Judenchristen: Dazu gehören die Jünger/Apostel, die Brüder des Herrn und alle weiteren Christen, die bald nach Pfingsten getauft wurden und eng an das konservative Judentum gebunden waren, beispielsweise auch die Christen, die gleichzeitig jüdische Pharisäer waren und sind (Apg 15,5).
  • Hellenistische Judenchristen: Man kann damit rechnen, dass zum ersten Pfingstfest zahlreiche Juden aus der Diaspora in Jerusalem anwesend waren und sich taufen ließen. Diese hellenistisch geprägten Juden waren ein Teil der Urgemeinde und sind am Konflikt um die Witwenversorgung in Apg 6 beteiligt.
  • Konservative Juden: In der Auseinandersetzung mit der Urgemeinde vertritt der Hohe Rat / das Synhedrion den konservativ-jüdischen Standpunkt. Je weiter weg von Jerusalem die Handlung spielt, desto mehr übernehmen konversative Juden (egal ob palästinisch oder – wohl eher – hellenistisch) den Gegenpart beispielsweise zu Paulus.
  • Gottesfürchtige: »Gottesfürchtige« sind Griechen, die nicht per Beschneidung zum Judentum konvertiert sind, aber mit dem jüdischen Glauben und der jüdischen Gemeinde sympathisieren. Einige von ihnen kann Paulus vom Glauben an Christus überzeugen, so dass aus den Gottesfürchtigen nichtbeschnittene Heidenchristen werden.

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Letzte Aktualisierung: 20. März 2016, Stephan Rehm.

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